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Kommentar Anleger sollten sich vom Einbruch der Teamviewer-Aktie nicht verrückt machen lassen

Der Börsengang von Teamviewer enttäuscht zunächst, schließlich kommt es am ersten Handelstag zu Kursverlusten. Doch die Chancen für Anleger bleiben gut.
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Der Preis für die Erstnotiz lag bei 26,25 Euro. Quelle: Reuters
Teamviewer-Börsengang

Der Preis für die Erstnotiz lag bei 26,25 Euro.

(Foto: Reuters)

Am ersten Handelstag trennten sich bereits mehrere Investoren von Aktien des schwäbischen Softwareherstellers Teamviewer. Die Aktie fiel zeitweise deutlich unter die Marke von 25 Euro. Und auch am Nachmittag fiel das Minus mit rund 2,5 Prozent noch hoch aus.

Oftmals ist mit Börsengängen „made in Germany“ wenig Staat zu machen. Die Kursentwicklung nach der Erstnotiz lässt in vielen Fällen zu wünschen übrig. Ausnahmen wie der Medizintechnikanbieter Siemens Healthineers oder der Bremsenhersteller Knorr-Bremse können die Gesamtbilanz bei Aktienneuemissionen in der jüngeren Vergangenheit leider nur begrenzt aufpeppen.

Allerdings hatten die beiden Aktienemissionen auch jeweils ein Emissionsvolumen von deutlich über einer Milliarde Euro. Nach einer Untersuchung von Börsengängen in Europa gilt für Börsengänge dieser Größenordnung, dass sie die beste durchschnittliche Performance aufweisen. Am schlechtesten steht es offenbar um Emissionen, die zwischen 400 und 800 Millionen Euro liegen.

Nach dieser Regel müsste der Softwarekonzern Teamviewer eigentlich ein lohnenswertes Investment schon beim Börsengang sein. Das Volumen liegt über zwei Milliarden Euro und der Preis für die Erstnotiz am Mittwoch wurde mit 26,25 Euro festgelegt. Damit lag sie in Richtung des oberen Endes der Preisspanne, die von 23,50 bis 27,50 Euro je Aktie ging. Völlig ausreizen wollte der Eigentümer, der Finanzinvestor Permira, die Spanne nicht.

Stattdessen plant er, später noch mehr Aktien zu verkaufen. Auch eine Erhöhung des Ausgabepreises war daher trotz mehrfacher Überzeichnung nicht zu erwarten. Gesucht waren und sind vor allem langfristige Investoren, die in der Aktie bleiben.

Gleichwohl bekamen auch unregulierte Hedgefonds Anteilsscheine zugeteilt. Sie sollen für Liquidität sorgen. Gerade in den ersten Tagen des Handels ist das wichtig, um den Kauf und Verkauf von Aktien zu ermöglichen. Meist liegt das Zuteilungsverhältnis von lang- zu kurzfristigen Anlegern bei 70 zu 30 Prozent.

Zu teurer Börsengang?

Viele Anleger bezeichneten den größten Börsengang seit Platzen der Dot-Com-Blase im Jahr 2000 als zu teuer. Damals war mit dem Chip-Hersteller Infineon eine Tochter des Siemens-Konzerns auf das Parkett gegangen. Trotz des Rückschlags am ersten Handelstag: Anleger sollten sich von dem Einbruch eindeutig nicht verrückt machen lassen.

Private Investoren werden leider kaum in der Aktie zu finden sein. Handelt es sich hier doch um einen Anbieter von Fernwartungssoftware. Zudem gibt es derzeit bei Technologiefirmen einen Hype, von dem wohl auch Teamviewer profitieren wird.

Es mag nicht heute oder morgen sein, aber auf mittlere Sicht bieten sich Kurschancen bei dem bisher größten Software-Börsengang weltweit. Bei dem IPO landeten die meisten Aktien wieder einmal vor allem in angelsächsischen Ländern. Aber das ist kein neuer Trend. Selbst in Zeiten von Minuszinsen fällt es den Deutschen immer noch schwer, mehr Geld in Aktien anzulegen. Schade, denn sie lassen sich Gelegenheiten entgehen.

Mehr: Für die Aktie des Softwarekonzerns Teamviewer geht es beim Börsenstart nach einem soliden Start abwärts. Fondsmanager sprechen Teamviewer viel Potenzial zu.

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