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Kommentar Anleger sollten weitere Kursgewinne bei Bundesanleihen fürchten

Bundesanleihen haben in diesem Jahr den Dax geschlagen. Wiederholen wird sich das nur, wenn die Wirtschaft erneut einbricht. Ein Horrorszenario.
26.11.2020 - 15:18 Uhr Kommentieren
Bundesanleihen haben in der Coronakrise den Prognosen der Analysten getrotzt. Quelle: dpa
Euro-Münze

Bundesanleihen haben in der Coronakrise den Prognosen der Analysten getrotzt.

(Foto: dpa)

Wieder einmal haben sich alle Strategen, die deutschen Bundesanleihen als Investment wenig zugetraut haben, geirrt. Im Corona-Jahr haben sich die Zinspapiere des Bundes für Fondsmanager erneut bewährt. Im Duell gegen den Dax haben die Bundesanleihen gewonnen, und das, obwohl sie schon lange keine festen Zinsen mehr abwerfen.

Die Kurse der Bundesanleihen sind aber seit Januar über alle Laufzeiten im Schnitt um drei Prozent gestiegen. Bei der zehnjährigen Bundesanleihe – dem Maß aller Dinge am Euro-Rentenmarkt – sind es sogar annähernd vier Prozent. Der Dax dagegen liegt trotz der rasanten Erholung seit Mitte März weniger als zwei Prozent im Plus.

Diese Rechnung funktioniert allerdings nur für Investoren, die Anleihen aktiv handeln und zum Marktwert in ihren Büchern bewerten – so wie es zum Beispiel Rentenfonds machen. Die Strategie – kaufen und bis zur Fälligkeit halten – bringt dagegen schon lange nichts mehr, weil die Kurse bei allen Bundesanleihen so deutlich über dem Rückzahlungswert liegen, dass Buy-and-hold-Anleger unter dem Strich Verluste machen, wenn auch nur minimale.

So lag die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe Ende vergangenen Jahres bei knapp minus 0,2 Prozent. Banken sagten damals bei einer Umfrage des Handelsblatts per Ende 2020 einen nur marginalen Renditerückgang auf minus 0,25 Prozent voraus. Das hätte einer Kurssteigerung von nur einem halben Prozent entsprochen.

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    Doch dann kam Corona. Investoren griffen verstärkt zu sicheren Staatsanleihen, vor allem aber trat die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihrem Anleihenotkaufprogramm zur Bekämpfung der Pandemiefolgen als noch größerer Nachfrager auf den Plan und trieb die Anleihekurse. Deshalb rentiert die zehnjährige Bundesanleihe für Neukäufer inzwischen knapp 0,6 Prozent im Minus.

    Sieben Prozent Gewinn

    Dieses niedrige Niveau begrenzt das Potenzial für weitere Kurssteigerungen. Im Tief aller Risiko-Anlagen, inmitten des Corona-Crashs, lag die zehnjährige Bund-Rendite bei knapp minus 0,9 Prozent. Wer das Papier Anfang des Jahres gekauft hatte und im März verkaufte, machte damit einen Kursgewinn von mehr als sieben Prozent.

    Investoren gehen aber nicht davon aus, dass die Rendite dieses historische Tief erneut erreichen wird. Daher sagen sie: Die Gefahr von Kursrückschlägen bei Bundesanleihen ist größer als die Chance auf Kurssteigerungen.

    Ein erneuter deutlicher Renditerückgang wäre nur zu erwarten, wenn die Welt nach der zweiten von einer dritten Corona-Welle überrollt wird, sich die bislang hoffnungsvollen Zeichen auf einen Impfstoff zerschlagen und es einen neuen harten Lockdown des öffentlichen Lebens gibt – mit allen negativen Folgen für das Wirtschaftswachstum und die Gewinne der Unternehmen. So bleibt nur zu hoffen, dass die Strategen diesmal recht behalten und die Bundesanleihen 2020 ihr vorerst letztes Comeback gefeiert haben.

    Mehr: Warum sich Staatsanleihen derzeit kaum lohnen – und was die Alternativen sind

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