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Kommentar Anleger vertrauen den Zentralbanken

Trotz der Krise in China bleiben die Aktienkurse auf Rekordniveaus. Doch die Anleger sind nicht dumm. Sie glauben schlicht an die Notenbanker.
19.02.2020 - 17:40 Uhr Kommentieren
Die Notenbanker beruhigen mit ihrer Geldpolitik die Gemüter der Anleger. Quelle: dpa
Europäische Zentralbank

Die Notenbanker beruhigen mit ihrer Geldpolitik die Gemüter der Anleger.

(Foto: dpa)

In China wütet das Coronavirus. Die Konjunkturbelastungen auch außerhalb des Landes sind unübersehbar. Apple alarmierte seine Aktionäre mit einer Gewinnwarnung. Andere Unternehmen leiden ebenfalls. Und was tun die Aktionäre? Sie ignorieren diese Nachrichten.

Die Kurse am Welt-Leitmarkt Wall Street und an anderen Plätzen bleiben nahe ihren Rekordniveaus. Die Börse sei launisch und unberechenbar, sagte Aktienguru André Kostolany. Doch launisch wirken die Märkte derzeit nicht. Eher scheint es, als hätten die Aktionäre sich in Therapie begeben und seien nach erfolgreicher Behandlung mit einem Dauer-Wohlgefühl entlassen worden.

Vielleicht aber ist der Grund einfach ein Erfahrungsgewinn. Gerade US-Unternehmen kaufen eigene Aktien für Billionen Dollar zurück und pushen so die Kurse. Und seit der Finanzkrise stützen die Notenbanken die Märkte mit lockerer Geldpolitik.
Mit dem chinesischen Konjunkturflauten-Export stehen die Zeichen erst recht auf anhaltend tiefe oder noch tiefere Zinsen.

So beruhigen die Notenbanker ungewollt die Gemüter der Anleger. Immer mehr Börsianer wiegen sich in Sicherheit, wirken geradezu sediert. Die von den Kritikern lockerer Geldpolitik gerne verwendete Analogie der Drogenabhängigkeit kommt einem in Erinnerung.

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    Angesichts dieses Umfeldes darf man fragen: Was kann die Dauer-Hausse überhaupt kippen? In der Vergangenheit waren das nämlich regelmäßig straffere Geldpolitik der Notenbanken und eben steigende Zinsen. Genau das aber ist heute wegen hoher Schuldenniveaus unmöglich. So betrachtet müssen die unbeirrbaren Aktionäre ihre Sorglosigkeit nicht fürchten – was ihnen in ihrem Zustand ohnehin unmöglich wäre.

    Kostolany hatte lange Zeit vor den stimulierenden Notenbanken deren Einfluss unbeabsichtigt mit einem Ausflug in die Physik vorweggenommen: Geld sei der Sauerstoff der Börse. Und Geld werden die Bestimmer in den Notenbanken auch weiter reichlich verteilen. Deshalb ist ein Ende des Aktienaufschwungs nicht in Sicht. Auch wenn rationale Denker davon womöglich Kopfschmerzen bekommen. Börse ist keine Sache der Verstandes, sondern der Psychologie.

    Mehr: Erfahren Sie hier, weshalb Exporteure von der Politik des billigen Geldes in der Türkei profitieren.

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