Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Anleiheinvestoren sollten Vorsicht walten lassen

Die Gefahr eines plötzlichen Ausverkaufs am Markt für Hochzinsanleihen steigt. Viele Großanleger unterschätzen die Risiken. Übermut könnte sich rächen.
Kommentieren
Die Aussicht auf dauerhaft niedrige Zinsen im Euro-Raum treibt auch die Rally am Markt für Unternehmensanleihen an. Quelle: dpa
Zentrale der Europäischen Zentralbank in Frankfurt

Die Aussicht auf dauerhaft niedrige Zinsen im Euro-Raum treibt auch die Rally am Markt für Unternehmensanleihen an.

(Foto: dpa)

Ein kurzer Blick auf die Daten genügt, um zu erkennen: Hier passt etwas nicht zusammen. Die Zahl der Unternehmen, die ihre gute Bonität, ihr sogenanntes Investment-Grade-Rating, eingebüßt haben, ist in Europa zuletzt sprunghaft angestiegen.

Auch der Anteil der notleidenden Firmenbonds liegt auf dem höchsten Stand seit einem Jahr. Und trotzdem läuft die Rally an den Anleihemärkten heiß: Der wichtigste Index für spekulative Hochzinsanleihen in Europa ist seit Jahresbeginn um zehn Prozent gestiegen.

Je länger dieser Trend anhält, umso größer wird die Gefahr eines plötzlichen Ausverkaufs bei Hochzinsanleihen. Es wäre töricht anzunehmen, dass sich die Kurse von spekulativen Unternehmensanleihen und wirtschaftlichen Fundamentaldaten dauerhaft voneinander entkoppeln können. Besonders in konjunkturabhängigen Branchen und bei exportstarken Industrieunternehmen türmen sich Risiken auf.

Angeheizt wird die Rally vor allem von der Aussicht auf dauerhaft niedrige Zinsen im Euro-Raum. Die Investoren rechnen fest damit, dass die Europäische Zentralbank ihr Anleihekaufprogramm wieder aufnimmt und das Volumen negativ rentierender Papiere weiter ansteigt.

In ihrer Not, positive Erträge zu erwirtschaften, flüchten sie sich in immer riskantere Bereiche des Anleihemarkts. Dazu zählen neben den Bonds von Italien, Griechenland und Co. hochverzinste Papiere von Unternehmen.

Doch während Anleger bei Staatsanleihen darauf vertrauen können, dass die EZB den Zusammenhalt der Euro-Zone nicht aufs Spiel setzen wird, ist das Pleiterisiko von Unternehmen real.

Die Stimmung in der Industrie kippt, die Gewinnwarnungen häufen sich. Statt mit Investitionen Profite in der Zukunft anzuschieben, haben sich viele Firmen mit riskanten Übernahmen verzettelt. Anleger sollten daher Vorsicht walten lassen. Der Cocktail aus hohen Bewertungen und großer Unsicherheit macht Hochzinsanleihen besonders von Zyklikern aktuell unattraktiv.

Mehr: Immer mehr Ramsch – Die Risiken am Bondmarkt wachsen. Doch die Investoren kümmert das kaum.

Startseite

Mehr zu: Kommentar - Anleiheinvestoren sollten Vorsicht walten lassen

0 Kommentare zu "Kommentar: Anleiheinvestoren sollten Vorsicht walten lassen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.