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Kommentar Anstatt Angst zu verbreiten, sollte die Politik ein Leben mit Corona organisieren

Die Vertreter der Null-Covid-Strategie drohen bereits wieder mit Verboten bei steigenden Fallzahlen. Doch nun braucht es Konzepte für die Wintermonate.
30.06.2021 - 17:57 Uhr Kommentieren
Die Infektionszahlen sind in den Sommermonaten rückläufig. Quelle: dpa
Rheinpromenade in Düsseldorf

Die Infektionszahlen sind in den Sommermonaten rückläufig.

(Foto: dpa)

Berlin Das Wintervirus hat sich in den Sommermonaten fürs Erste verabschiedet: Die Zahl der Neuinfizierten sinkt kontinuierlich, die Zahl der Toten glücklicherweise auch. Das ist die gute Nachricht dieser Tage, die es aber auch schon im vergangenen Sommer gab. Die schlechte Nachricht jedoch ist: Die Vertreter der Null-Covid-Strategie üben sich schon wieder darin, Angst zu verbreiten. Sie verdecken damit das eigentlich Erschreckende: ihre „Null-Vorsorge-Strategie“.

Die Gewählten sollen die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Menschen sicher und zufrieden leben können. Das bedeutet, dass Berufstätige also auch bei steigenden Fallzahlen – die so sicher sind, wie der Sommer enden wird – weiter ihren Lebensunterhalt verdienen, Jugendliche in die Schule und Kinder in die Kita gehen können.

Stattdessen mimen die politisch Verantwortlichen lieber weiter den starken Staat mit Hang ins Autoritäre. Da spricht der grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann davon, bald schon wieder die Grundrechte einzuschränken und am besten noch stärker, als es vielleicht verhältnismäßig wäre, um die „Pandemie schnell in die Knie“ zu zwingen. Der Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet redet von Maskenpflicht in Schulen bei steigenden Fallzahlen nach den Ferien, anstatt die Zeit endlich zu nutzen, um mit innovativen Ideen der Jugend das unbeschwerte Lernen zu sichern.

Und Gesundheitspolitiker debattieren, ob Urlauber nicht wieder massenhaft in Quarantäne geschickt werden sollen, damit sie ja nicht die neueste Virusvariante verbreiten. Gelten soll diese Pflicht natürlich auch für Geimpfte. Doch wo sind die politischen Konzepte jenseits von Verboten?

Wer so regiert, der muss sich nicht wundern, wenn seine Umfragewerte nicht in die Höhe schnellen. Während die Politik kaum Lehren aus der Krise zieht, sind inzwischen mehr als die Hälfte der Deutschen auf dem Weg zur vollständigen Impfung und minimieren damit für sich die Gefahr, schwer zu erkranken. Wenn alle die Chance haben, sich impfen zu lassen, dann muss Schluss sein mit der politischen Lust am Öffnen und Schließen des gesellschaftlichen Lebens nach Fallzahlen.

Armutszeugnis für die politische Klasse

All jene, die im Herbst noch eine Maske tragen wollen, sollen dies selbstverständlich tun können, so wie jeder für sich frei entscheiden kann und soll, ob er sich impfen lässt. Aber: Es wäre ein Armutszeugnis für die politische Klasse, wenn erneut Schulen, Kitas oder Kultureinrichtungen, die Gastronomie und Hotels schließen müssten.

Es sollten sich alle ins Bewusstsein zurückrufen: Krankheiten gehören zum Leben ebenso wie die Freiheit.

Mehr: Von der Bildung bis zur Rente: Die Wahlprogramme im großen Vergleich

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