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Kommentar Apple darf nicht nur die Billion-Marke im Visier haben

Die Rekordbewertung des Konzerns ist historisch. Das bedeutet aber nicht, dass Apples Zukunft im Zeitalter der künstlichen Intelligenz gesichert ist.
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Ein historischer Wert: Der Konzern ist fast 1 Billion Dollar wert. Quelle: dpa
Apple

Ein historischer Wert: Der Konzern ist fast 1 Billion Dollar wert.

(Foto: dpa)

Fast eine Billion Dollar ist Apple also wert. Der Kurs des Elektronikherstellers ist nach den starken Quartalszahlen auf ein neues Rekordhoch gestiegen, die historische Marke lag am Mittwochnachmittag nur wenige Prozentpunkte entfernt.

Es ist eine Zahl für die Geschichtsbücher. Sie hat für die Zukunft des Unternehmens jedoch nur bedingt Aussagekraft. Vorstandschef Tim Cook muss noch zeigen, dass er eine Strategie für die Zeit hat, in der das Smartphone an Bedeutung verliert.

Mit dem iPhone wird der Konzern natürlich auf Jahre profitable Geschäfte machen. Viele der rund 600 Millionen Nutzer geben nicht nur 1000 Euro oder mehr für ein neues Smartphone aus, sie kaufen sich dazu auch eine Uhr und Kopfhörer. Sie schließen Abonnements für Musik oder Speicherplatz in der Cloud ab. Und weil das alles so bequem ist, bleiben sie dem Apfellogo treu.

Es ist der Lohn für eine vorausschauende Produktpolitik. CEO Cook hat mit seinem Team in den vergangenen Jahren rund um das iPhone einen Club aufgebaut, in dem die Nutzer regelmäßig und verlässlich viel Geld ausgeben. Auch der Bezahldienst Apple Pay, der bis Jahresende in Deutschland verfügbar sein soll, trägt dazu bei.

Die Wall Street hat diese Strategie zu schätzen gelernt. Zum einen ist den Aktionären und Analysten bewusst, dass die Nutzer Apple treu sind, auch wenn sie sich mit dem Kauf eines neuen Gerätes mehr Zeit lassen. Zum anderen preisen sie bei ihrer Bewertung ein, dass der Konzern unter Cook über die Jahre Hunderte Milliarden Dollar für Dividenden und Aktienrückkäufe ausgibt – anders als unter seinem verstorbenen Vorgänger Steve Jobs.

Allerdings stagniert der Smartphone-Markt, große Wachstumsraten sind nicht zu erwarten. Dem kann sich auch Apple auf Dauer nicht entziehen. In der westlichen Welt haben die Nutzer Geräte, die auch nach zwei oder drei Jahren noch funktionieren. Und in Schwellenländern greifen die meisten zu günstigen Android-Modellen.

Gleichzeitig nimmt die Bedeutung von Hardware ab, während intelligente Software wichtiger wird. Wer die Assistentin „Siri“ nutzt, der weiß: Das ist keine Stärke des iKonzerns.

Damit Apple dauerhaft zum Kreis der Billionäre zählt, muss der Konzern mehr tun, als sein beliebtestes Produkt zu optimieren. Er muss revolutionäre Technologien wie künstliche Intelligenz entwickeln. Und er muss in andere Produktkategorien investieren.

Dass er es tut, lässt sich an den Ausgaben für Forschung und Entwicklung ablesen, die auf einem Rekordhoch stehen. Das nötige Know-how und Kapital hat Apple. Ob es gelingt, wird man erst in einiger Zeit am Aktienkurs ablesen.

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