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Kommentar Arbeit im Homeoffice: Die neue Freiheit bringt auch alte Pflichten mit sich

Grundstandards bei Arbeitsschutz und Ausstattung des Arbeitsplatzes dürfen nicht allein der Belegschaft überlassen bleiben. Unternehmen und Politik müssen helfen.
10.08.2020 - 09:11 Uhr Kommentieren
Nicht bei jedem Beschäftigten ist die Ausstattung des Arbeitsplatzes so gut wie hier. Quelle: dpa
Eine Frau arbeitet mit Hörschutz im Homeoffice

Nicht bei jedem Beschäftigten ist die Ausstattung des Arbeitsplatzes so gut wie hier.

(Foto: dpa)

„Es liebt ein jeder, frei sich selbst zu leben nach dem eigenen Gesetz“, erkannte schon der Dichter Friedrich Schiller. Eine Erkenntnis, die Millionen von Werktätigen in diesen Tagen nun ebenfalls aufgeht. Denn für viele Unternehmen ist das Homeoffice inzwischen die neue Realität in Corona-Zeiten geworden. Allein bei den sechs größten europäischen Banken haben in den vergangenen Monaten rund 335.000 Mitarbeiter von zu Hause aus gearbeitet.

Seit Corona ist im Büro nichts mehr wie früher. Was als Provisorium begann, entwickelt sich inzwischen zum neuen Normalzustand.

Das ist grundsätzlich eine gute Entwicklung. Die meisten großen deutschen Unternehmen haben in der Zeit des Corona-Lockdown positive Erfahrungen mit dem Arbeiten von der heimischen Couch aus gemacht. Doch weder Belegschaften noch Firmen sollten zu blauäugig mit dem mobilen Arbeiten von zu Hause aus umgehen.

Denn machen wir uns nichts vor: Die schöne, neue Arbeitswelt birgt auch neue Fallstricke. Wer in den letzten Monaten per Videokonferenz einen Blick in die privaten Arbeitsstätten der Büroangestellten erhaschte, sah teilweise kuriose Szenen. Mitarbeiter, die wochenlang aus dem Kinderzimmer arbeiteten; Kollegen, die ihren Laptop auf Gartentische stellten.

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    Als Provisorium ist dies alles in Corona-Zeiten zu akzeptieren und dürfte von Arbeitnehmern, die derzeit um ihren Job bangen, mit einem müden Lächeln quittiert werden. Als Dauereinrichtung ist es dennoch problematisch.

    Viele Firmen, die derzeit freudig die Einsparungen bei den Büroflächen durchrechnen, sollten auch eine Gegenrechnung aufmachen. Die neue Freiheit bringt auch alte Pflichten. Grundstandards bei der Erfüllung von Arbeitsschutz und Ausstattung des Arbeitsplatzes dürfen nicht allein der Belegschaft überlassen bleiben. Es braucht feste Regeln und Bedingungen für Mobiliar, Ausgaben und Arbeitszeiten. Der Küchentisch ist auf Dauer keine Option.

    Und auch die Politik sollte ihren Beitrag leisten. Es ist zwar eine schöne Geste, dass der Fiskus einen Abzug der Kosten für das heimische Arbeitszimmer von der Steuer erlaubt. Doch das gilt ausdrücklich nicht für die in den letzten Monaten häufig anzutreffende Arbeitsecke im Wohnzimmer, da sie nicht ausschließlich für betriebliche Zwecke genutzt wird. Das geht jedoch an der Realität in vielen deutschen Haushalten in den letzten Corona-Monaten vorbei.

    Viele Mitarbeiter verfügen nicht über ausreichend Wohnraum, um mal eben ein abgeschlossenes Arbeitszimmer einzurichten. Es wäre darum hilfreich, wenn die Politik nicht nur berechtigterweise mehr Flexibilität in dieser Krise einfordert – sondern sie in diesen Punkten auch selbst beweisen würde.

    Mehr: Welches Versicherungsrisiko im Homeoffice lauert.

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