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Kommentar Argentiniens Gläubiger sollten sich auf eine Umschuldung einstellen

Argentinien steckt tief in der Schuldenfalle. Eine Umschuldung oder ein Zahlungsausfall ist kaum zu vermeiden – egal, wer die Regierung stellt.
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Die Währung ist geschwächt. Quelle: AP
Argentinische Pesos

Die Währung ist geschwächt.

(Foto: AP)

Derzeit scheint es gleichgültig, ob Mauricio Macri noch eine Chance hat, bei den Wahlen im Oktober als Präsident wiedergewählt zu werden oder ob er endgültig aus dem Rennen ist. Die Gläubiger sollten sich darauf einstellen, dass Argentinien bald wieder umschulden muss – oder dass es im schlimmsten Fall sogar zu einem Zahlungsausfall kommt.

Das gilt auch für den Fall, dass es Macri noch gelingt, die 15 Prozentpunkte Abstand in der Wählergunst zu den Peronisten zu schließen. Denn auch mit dem liberalen Macri an der Macht sind die Chancen gering, dass Argentinien seine Dollar-Schulden bezahlen kann. Die Argentinier müssen heute fast 60 Prozent mehr Peso für einen Dollar hinlegen, als im Januar – und der Abwertungsdruck hält an. 80 Prozent von Argentiniens Schuld sind in Dollar notiert.

Mit der geschwächten Währung wird auch die Inflation rasant zunehmen, die sich derzeit auf 56 Prozent addiert in zwölf Monaten. Die Zentralbank hat den Leitzins auf 76 Prozent hochgesetzt, um die Geldentwertung einzudämmen. Damit ist auch eine zarte Konjunkturbelebung nun höchst unwahrscheinlich, auf die Macri immer noch gehofft hat. Eine verschärfte Rezession wiederum bedeutet sinkende Steuereinnahmen und ein wachsendes Haushaltsdefizit.

Dieses Szenario dürfte sich noch verdüstern, sollten die Peronisten Alberto Fernandez und die Ex-Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner als Vize ab dem 10. Dezember wieder regieren. Die Gläubiger hielten „Macris Schulden“ für unbezahlbar, erklärte Fernández die Panikreaktionen nach seinem Vorwahltriumph.

Es ist unwahrscheinlich, dass Fernández viel Geduld oder Interesse besitzt für Verhandlungen mit dem IWF, der Argentinien 57 Milliarden Dollar geliehen hat und der wichtigste Gläubiger ist. Ein schwacher Peso kommt dem Fernández-Duo gerade recht: Es erleichtert Argentiniens Exporte und verschafft der Industrie Marktschutz. Dass sich damit schlecht Kredite zurückzahlen lassen, dürfte sie wenig stören.

Mehr: Alberto Fernández holt bei der Präsidentschaftsvorwahl in Argentinien einen klaren Sieg. Doch möglicherweise ist er nur der Erfüllungsgehilfe der umstrittenen Cristina Kirchner.

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