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Kommentar Auf die Lira-Abwertung ist Verlass

Anleger sollten angesichts des Abwärtstrends der Lira einen kühlen Kopf behalten. Die türkische Wirtschaft hat Methoden, mit Kursschwankungen umzugehen.
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Türkei: Auf die Lira-Abwertung ist Verlass – Kommentar Quelle: dpa
Lira

Seit der vergangenen Woche verlor die Lira drei Prozent.

(Foto: dpa)

Es passte nicht richtig ins Bild. Die Türkei steht seit mehreren Jahren im Kreuzfeuer der Kritik: Abbau des Rechtsstaats, Terrorattacken, ein Krieg im Nachbarland, geopolitische Scharmützel, ein weltweiter Rückgang des Wirtschaftswachstums. Und trotzdem gehörte die türkische Lira seit Jahresanfang zu den stärksten Währungen auf der ganzen Welt. Allein zwischen Mai und Anfang August legte die Lira zum US-Dollar um zehn Prozent zu.

Seit der vergangenen Woche geht es wieder bergab, gleich um drei Prozent. Analysten machen dafür Spannungen im Handelsstreit zwischen den USA und China verantwortlich, aber auch Hiobsbotschaften aus Industrienationen, etwa in Form von Gewinnwarnungen deutscher Unternehmen. Solche Nachrichten trieben Investoren in sichere Häfen – und raus aus unsicheren Ländern wie der Türkei.

Anleger sollten, was die Türkei angeht, trotzdem einen kühlen Kopf bewahren – und zwei Dinge beachten. Erstens ist auf die Lira-Abwertung Verlass. Das klingt zynisch, gerade wenn Präsident Erdogan die Chefetage der Notenbank nach Belieben neu besetzt und eine Wirtschaftspolitik nach Gutsherrenart betreibt.

Aber die Abwertung der türkischen Währung ist nicht ungewöhnlich. Zieht man eine Linie zwischen dem Lira-Dollar-Wechselkurs vor fünf Jahren und von heute, so hat sich dieser selten vom Mittelwert entfernt. Anders ausgedrückt: Die Lira verliert an Wert, aber auf lange Sicht nicht stärker oder weniger, als sie es schon in der Vergangenheit getan hat.

Zweitens geht es der türkischen Wirtschaft dadurch nicht automatisch schlecht. Die weltweit trüben Konjunkturaussichten belasten zwar vor allem den türkischen Automobilsektor. Die Arbeitslosigkeit ist so hoch wie seit fast zehn Jahren nicht mehr. Trotzdem präsentieren viele Unternehmen passable Betriebsergebnisse.

Dies nicht zuletzt, weil die schwache Lira den Export der Konzerne fördert. Im zweiten Quartal übertrafen einer Untersuchung der türkischen Halkbank zufolge drei Viertel der Unternehmen die Erwartungen der Analysten. Die Lira wird auch in Zukunft nicht von Schwankungen verschont bleiben. Die türkische Wirtschaft hat aber längst Methoden entwickelt, damit umzugehen.

Mehr: Während die Lira stets abgewertet wird, steigt in der Türkei die Inflationsrate. Das Land gerät damit in eine gefährliche Lage.

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