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Kommentar Aufstieg und Fall von Ghosn wird in die Lehrbücher eingehen

Der Ex-Nissan-Chef sieht sich als Opfer einer Intrige. Doch die Ermittlungen gegen den Manager könnten auch für Nissan selbst zum Problem werden.
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Er wurde als Nissan-Chef abgesetzt. Quelle: imago images / Kyodo News
Carlos Ghosn

Er wurde als Nissan-Chef abgesetzt.

(Foto: imago images / Kyodo News)

Carlos Ghosn verfolgte seinen Rauswurf aus dem Nissan-Vorstand zwar aus einem japanischen Gefängnis. Dennoch wird er am Dienstag noch einmal versuchen, selbst Schlagzeilen zu schreiben. Seine Anwälte wollen eine Videobotschaft des geschassten Nissan- und Renault-Chefs veröffentlichen, die er vor seiner vierten Verhaftung aufgezeichnet hat.

Darin wird er vermutlich erneut seine Unschuld beteuern und den Fall als Komplott und Verrat durch Nissan-Manager bezeichnen. Tatsächlich hat Nissan begonnen, die Finanzen des Ex-Chefs zu durchleuchten, wahrscheinlich um ihn in der Abwehrschlacht gegen Renaults Fusionspläne zu schwächen oder gar zu stürzen. Sie fanden offenbar eine Fülle an Fragwürdigkeiten, die ihnen den Sturz einfach machten.

Der erste Haftgrund vom November 2018, dass Ghosn die Hälfte seines Gehalts nicht in Geschäftsberichten ausgewiesen habe, steht wohl auf den schwächsten Füßen. Aber seither versuchen die Ermittler den viel schwerwiegenderen Vorwurf zu erhärten, dass Ghosn seine Macht zur Bereicherung seiner Familie genutzt habe.

Das bringt Ghosn noch mehr in die Defensive. Allerdings ist offen, ob die wachsende Liste der Anschuldigungen tatsächlich zu einer Verurteilung durch ein Gericht führen werde. Juristisch gesehen, hat die Unschuldsvermutung zu gelten. Das gab selbst der von Renault vorgeschlagene Nissan-Vorstand Jean-Baptiste Duzan zu bedenken. Trotzdem war Duzan der Meinung, dass Ghosn von den Aktionären abgesetzt werden sollte.

Der Fall ist aber auch ein Problem für Nissan selbst. Das Unternehmen kann nur hoffen, dass die Richter den Anschuldigungen gegen Ghosn folgen und die Probleme nicht zu sehr bei Nissan selbst verortet werden. Sonst würde es schwierig, die Wunden in der eigenen Organisation und in den Beziehungen zu Renault zu heilen. Davon ungeachtet steht aber jetzt schon fest: Der Aufstieg und Fall von Carlos Ghosn wird in die Lehrbücher eingehen.

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