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Kommentar Autozulieferer brauchen dringend mehr Entwicklungstempo

Bislang gehen deutsche Autobauer ihre eigenen Wege und wollen eigene Betriebssysteme. Das wird gegen übermächtige Konzerne kaum durchzuhalten sein.
16.12.2020 - 18:07 Uhr 1 Kommentar
Spätestens in der nächsten Generation müssen nicht mehr Computer in Autos, sondern Autos um einen Hochleistungscomputer gebaut werden. Quelle: Reuters
VW ID.4

Spätestens in der nächsten Generation müssen nicht mehr Computer in Autos, sondern Autos um einen Hochleistungscomputer gebaut werden.

(Foto: Reuters)

Wenn zwei unterschiedliche Industrien aufeinandertreffen, dann entsteht eine brutale Dynamik. Dann zählt nur noch Cleverness, Stärke und Geschwindigkeit. Wenn Continental-Chef Nikolai Setzer jetzt in seinem ersten Interview seit Amtsantritt sagt, dass Software den Unterschied ausmachen wird, wirft das ein Schlaglicht auf die gesamte Autoindustrie: Sie muss so schnell wie möglich das Tempo der Digitalwirtschaft aufnehmen.

Denn Google, Microsoft und andere Tech-Giganten drängen auf ihren Markt. Gegen deren Entwicklungstempo sind die Autokonzerne lahme Enten. Bislang gehen deutsche Autobauer ihre eigenen Wege und wollen ihr eigenes Betriebssystem. Das wird gegen die übermächtigen Tech-Konzerne kaum durchzuhalten sein.

Die Frage, wer bei einer strategischen Partnerschaft von Volkswagen und Microsoft Juniorpartner ist, lässt sich mit Blick auf die Marktkapitalisierung der Amerikaner von 1,3 Billionen Euro leicht beantworten. Da müssen die Autohersteller aufpassen, mit wem, wie lange und wie tief sie sich einlassen.

Nun sind die Autos der Zukunft keine iPhones auf Rädern. Sie werden zwar alles können müssen, was ein Smartphone beim Thema Vernetzung kann. Aber ein Auto kann und muss Menschen transportieren. Hier liegt die Chance der Hersteller. Es ist eben doch relevant, sich in allen Komponenten des Gesamtsystems auszukennen.

Die Autozulieferer bringen sich nun beim Kampf um das Gehirn und das Nervensystem des Autos der Zukunft in Stellung. Auf die Leistung von über 30.000 Softwareentwicklern von Continental, Bosch und ZF werden die deutschen Hersteller kaum verzichten können, auch auf die Gefahr hin, mehr Wertschöpfung abzugeben, als ihnen lieb ist.

Umdenken der gesamten Industrie erforderlich

Aber auch für die Zulieferer ist die Situation brenzlig, wenn sich die Autohersteller lieber den Tech-Konzernen an die Brust werfen. Denn Software wird knapp ein Drittel der Wertschöpfung des Autos ausmachen.

Bei der Batterie, dem teuersten Einzelteil des Elektroautos, haben die großen deutschen Autozulieferer nichts zu bieten. Und beim Antriebsstrang sind die Margen kleiner und die Konkurrenz ist noch größer.

In Zukunft auf Software zu setzen ist die logische Konsequenz. Aber wer mit dem Silicon Valley mithalten will, muss besser umsetzen. Bosch tritt mit einer Armada von 17.000 Spezialisten an, Conti hält es ähnlich. ZF versucht es mit weniger Leuten und mehr Kooperationen. Wichtig für die gesamte Industrie ist aber ein Umdenken. Spätestens in der nächsten Generation müssen nicht mehr Computer in Autos, sondern Autos um einen Hochleistungscomputer gebaut werden.

Mehr: Überlebensstrategien für Autozulieferer: So lassen sich Transformation und Corona meistern

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  • So lief es auch bei Nokia. Ein eigenes Betriebssystem bis zum Ende.

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