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Kommentar Banken sollten angesichts der Krise der Autobranche nicht panisch werden

Der Strukturwandel der Autobranche ist für die Geldhäuser gefährlich. Panik würde die Lage aber nur verschlimmern. Mut kann sich lohnen, für beide Seiten.
02.09.2019 - 10:47 Uhr 1 Kommentar
Kredite an die Automobilbranche werden zu einem Klumpenrisiko in den Büchern vieler Geldhäuser. Quelle: dpa
Landesbank Baden-Württemberg

Kredite an die Automobilbranche werden zu einem Klumpenrisiko in den Büchern vieler Geldhäuser.

(Foto: dpa)

Ein Bankier ist ein Mensch, der seinen Schirm verleiht, wenn die Sonne scheint, und ihn sofort zurückhaben will, wenn es zu regnen beginnt, hat der Schriftsteller Mark Twain einmal über die Bankenbranche gesagt. Das Bonmot des amerikanischen Poeten beschreibt ganz gut die Ängste, die viele Automobilzulieferer derzeit umtreiben dürften.

Die Auftragsbücher leeren sich, und auf das Ende des Verbrennungsmotors sind längst nicht alle Zulieferbetriebe eingerichtet. Bis nach der Eisenmann-Insolvenz weitere Pleiten folgen, ist es nur eine Frage der Zeit.

Kredite an die Automobilbranche werden damit zu einem Klumpenrisiko in den Büchern vieler Geldhäuser. Schon jetzt hinterlässt die schwächelnde Konjunktur ihre Spuren in den Bilanzen der Geldhäuser. Die Risikovorsorge, also das Kapital, das Banken für ausfallgefährdete Firmenkredite beiseitelegen müssen, ist in den vergangenen Monaten erstmals seit Langem gestiegen.

Noch machen die Banken gerne „wenige Einzelfälle“ für diese Entwicklung verantwortlich. Das Bild könnte sich in den kommenden Monaten aber schnell ändern.

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    Für die Banken stellt sich die Frage, wie sie mit ihren Kunden umgehen sollen. Die enormen Verluste deutscher Banken mit Schiffskrediten haben die Geldhäuser und die Bankenaufseher für die Gefahren sensibilisiert, die von einer hohen Branchenkonzentration ausgehen. Und die sich in Deutschland anbahnende Rezession dürfte schwerer ausfallen als der Abschwung 2008. Die Versuchung für einen Rückzug ist sicher groß.

    Es wäre dennoch fatal, wenn die Finanzinstitute solchen Impulsen nachgeben – für die Konjunktur ebenso wie für die Banken. Es mag Unternehmen geben, die den Strukturwandel verschlafen und die sich anbahnende Krise zu Recht nicht überleben werden. Doch die Banken tun gut daran zu differenzieren. Insolvente Kunden sind teurer als Kunden, die dank einer Restrukturierung überleben.

    Viele Automobilzulieferer steuern mit Sparrunden längst gegen die Krise an, obwohl ihre Zahlen noch solide aussehen. Nicht jedem Betrieb, der unter einer Nachfragedelle leidet, mangelt es an einem Zukunftskonzept. Und einige brauchen gerade jetzt mutige Banken, die heute die Investitionen finanzieren, mit der die Betriebe morgen überleben.

    Noch strafen die Banken Mark Twain Lügen. Ob das so bleibt, wenn der Abschwung die Autobranche mit voller Wucht trifft, muss sich erst noch zeigen. Dann trennt sich die Spreu vom Weizen – bei Zulieferern und bei Banken. Die Geschichte zeigt: Mut kann sich lohnen, für beide Seiten.

    Viele Firmen wissen noch heute, welche Banken ihnen in der letzten Finanzkrise die Treue hielten und welche nicht. Mark-Twain-Banker machen auf Dauer keine guten Geschäfte.

    Mehr: Die schwierige Lage in der Automobilbranche macht die Banken nervös. Am gefährlichsten ist der Abschwung für die LBBW. Die will vorsichtig umsteuern.

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    1 Kommentar zu "Kommentar: Banken sollten angesichts der Krise der Autobranche nicht panisch werden"

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    • Neuwagen für alle Gebietskörperschaften. Eine Möglichkeit wäre, würde der Staat kreditfinanziert allen Gebiets-Köprerschaften die Neu-Anschaffung von Fahrzeugen ermöglichen. Dann hätten z.B. Städte und Gemeinden einen neuen Fuhrpark. Arbeitslosengeld für entlassene Menschen der Autobranche kommt wesentlich teurer als die gegenwärtigen Niedrigzinsen. Der Fuhrpark von Städten und Gemeinden, d.h. meist Arbeitsfahrzeuge, sind für Elektrofahrzeuge nicht geeignet, es müssen Verbrenner sein, wegen der schnellen Einsatzfähigkeit.

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