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Kommentar Banken sollten mehr zusammenarbeiten – und ihren Egoismus ablegen

Geldhäuser sollten bei neuen Technologien und in der Verwaltung viel mehr kooperieren und sich ein Beispiel an anderen Branchen nehmen.
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Banken sollten ihre Egoismen ablegen und mehr zusammenarbeiten. Quelle: AP
Frankfurt

Banken sollten ihre Egoismen ablegen und mehr zusammenarbeiten.

(Foto: AP)

Seit Monaten scheint es in Europas Bankbranche nur noch ein Thema zu geben: Konsolidierung. Erst loteten Deutsche Bank und Commerzbank eine Fusion aus, die niemand wollte. Dann forderten Topbanker und Politiker eine europäische Bankenhochzeit – obwohl es kaum willige Ehepartner gibt. Vielleicht wäre es also an der Zeit, den Fokus auf eine andere Frage zu lenken: Warum arbeiten hiesige Banken nicht viel mehr zusammen?

Beim Thema Kooperationen und Zulieferungen von externen Partnern hinkt die Branche viele Jahrzehnte hinterher: So erstellen deutsche Banken und Sparkassen immer noch vier Fünftel ihres Produktangebots selbst. In der Automobilbranche dagegen beträgt diese sogenannte Wertschöpfungstiefe gerade einmal 30 Prozent.

Für UBS-Vorstandschef Sergio Ermotti ist daher eines klar: Die Zukunft liegt in Partnerschaften, Gemeinschaftsunternehmen und Kooperationen – sei es in Regionen, bei Technologien oder in der Verwaltung. Das Problem dabei: Obwohl vielen Topmanagern klar ist, dass sich durch derart geteilte Lasten Milliardensummen sparen ließen, scheitern viele Projekte immer noch an den (Ressort-)Egoismen in den beteiligten Banken.

Ein gutes Beispiel ist der dank strikter Regeln teure Prozess, Kunden zu überprüfen, um kriminelle Aktivitäten zu unterbinden. Schon vor fünf Jahren haben Wall-Street-Banken (mit DTCC) einen Anbieter aus der Taufe gehoben, der ihnen diese Aufgabe abnimmt. In Deutschland dagegen scheiterte im Jahr 2018 (!) ein solcher Plan an Reibereien zwischen den Großbanken. Jetzt macht es die Bertelsmann-Tochter Arvato – und wieder ziehen nicht alle Banken mit.

Angesichts der Dauerkrise von Deutscher Bank und Co. ist dieser bestenfalls als zögerlich zu beschreibende Ansatz doch sehr verwunderlich. Ein Autohersteller wie Daimler ist schon lange nicht mehr der Meinung, dass er jede Schraube besser herstellen kann als ein Zulieferer. Warum Banken immer noch so denken, bleibt ihr eigenes Geheimnis.

Mehr: Aus Sicht von Hans-Walter Peters führt kein Weg an grenzüberschreitenden Bankenfusionen vorbei. Im Interview spricht der BdB-Präsident über Zusammenschlüsse und den Brexit.

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