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Kommentar BASF liegt mit seiner China-Strategie richtig

BASF investiert 8.5 Milliarden Euro in einen Chemiekomplex in China. Mit dem neuen Megaprojekt setzt der Konzern auf eine bewährte Strategie.
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Der Chemieriese will seine Präsenz in China weiter ausbauen. Quelle: Reuters
BASF

Der Chemieriese will seine Präsenz in China weiter ausbauen.

(Foto: Reuters)

Die Chemiebranche, so schien es, bewegte sich zuletzt eher von Ost nach West. Chinesische Konzerne drängten mit Zukäufen nach Europa, europäische Konzerne nach Nordamerika. Doch dem setzt die BASF mit ihren Plänen für einen neuen riesigen Chemiekomplex im Süden Chinas nun einen deutlichen Kontrapunkt entgegen.

Mit einem Investitionsvolumen von bis zu 8,5 Milliarden Euro handelt es sich um das mit Abstand größte Einzelprojekt des Ludwigshafener Chemiekonzerns und zugleich eines der bisher größten in der Chemiebranche insgesamt.

Ungeachtet dieser Dimensionen signalisiert das Vorhaben auch Kontinuität. Denn Martin Brudermüller, der Anfang Mai die Führung der BASF übernommen hat, setzt im Prinzip die bisherige Strategie des Unternehmens ungebrochen fort: Die BASF kauft einerseits kontrolliert und selektiv zu, wie zuletzt mit dem Erwerb der Bayer-Saatgutsparten, baut gleichzeitig aber auch ihre Chemiekapazitäten mit hohen Investitionen aus.

Der neue BASF-Chef hat dabei gute Gründe, den Fokus wieder stärker auf China zu richten. Erstens: Die Chemienachfrage in der Volksrepublik wächst offenbar weiterhin deutlich überdurchschnittlich. China repräsentiert inzwischen 40 Prozent des weltweiten Chemiemarkts und wird im nächsten Jahrzehnt womöglich einen Anteil von fast 50 Prozent erreichen. Wer global in der Branche mitspielen will, braucht starke und wachsende Kapazitäten in diesem Markt. Ein drohender Handelskrieg macht das noch dringlicher.

Zweitens: BASF verfügt über umfangreiche Erfahrungen in Planung und Bau großer Anlagen in China, nicht zuletzt mit dem 2005 fertiggestellten Verbundstandort in Nanjing. In Guangdong hat der Konzern die Möglichkeit, als erster Auslandsinvestor in China einen solchen vernetzten Komplex in Eigenregie zu betreiben.

Drittens: Engagements in China machen sich bezahlt. Dafür jedenfalls spricht ein starker Gewinnanstieg im BASF-Asiengeschäft, zu dem China mehr als die Hälfte beisteuert. Relativ zum Kapitaleinsatz verdiente der Konzern in Fernost in den vergangenen zehn Jahren deutlich besser als in Nordamerika.

Auf der anderen Seite verstärkt das neue Großprojekt den Zwiespalt, dass man sich in Ludwigshafen einerseits eine Innovationsstrategie auf die Fahnen heftet, gleichzeitig aber riesige Summen in Anlagen für mehr oder weniger standardisierte Basis- und Zwischenprodukte investiert.

Um das dem Kapitalmarkt zu erklären, wird der neue BASF-Chef weiterhin einiges an Überzeugungskraft benötigen. Das hohe Wachstum und die bisher starke Performance sowohl in Asien wie auch im Grundchemiegeschäft insgesamt geben ihm dazu zumindest einige solide Argumente an die Hand.

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