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Kommentar Baufinanzierung wird es nicht zum Nulltarif geben

Eine Baufinanzierung, an der Häuslebauer Tausende Euros verdienen, wird es in breiter Masse nicht geben. Die Hoffnung dürfte eine Illusion bleiben.
01.09.2019 - 15:20 Uhr Kommentieren
Negativzinsen bei Baukrediten werden eine Ausnahme bleiben. Quelle: dpa
Hausbau

Negativzinsen bei Baukrediten werden eine Ausnahme bleiben.

(Foto: dpa)

Erinnern Sie sich noch, als sich die Vergleichsportale Check24 und Smava wochenlang mit Minuszinsen für Kredite unterboten haben? Als sie mit Geldgeschenken um Kunden warben? Etwas Ähnliches lässt gerade Immobilienkäufer hoffen: Bald schon könnten wegen der immer niedrigeren Zinsen am Kapitalmarkt Immobilienkredite für lau vergeben werden. Mehr noch: Mit den Darlehen ließe sich sogar Geld verdienen.

Die Hoffnung dürfte eine Illusion bleiben. Es ist unwahrscheinlich, dass Banken im großen Stil Häuslebauern Geld zum Fenster hereinschmeißen. Selbst bei einem Negativzins im Nachkommabereich würde das die Institute pro Darlehen schnell mehrere Tausend, wenn nicht gar Zehntausende Euro kosten. Warum sollten Sie das tun?

Sicherlich: Wenn der Einlagenzins, den die Banken bei der EZB bezahlen, weiter fallen sollte, würden auch Baufinanzierungen günstiger. Solange der Bauzinssatz über dem Einlagezins liegt, könnten die Banken mit diesem Mittel theoretisch sogar Geld sparen. Vielmehr als eine opportunistische Anlage ist das aber nicht.

Ein tragfähiges Geschäftsmodell lässt sich damit schon gleich gar nicht aufbauen. Denn unterm Strich verlieren sie damit Geld, auch wenn vielleicht nicht so viel wie bei der EZB. Das Interesse, in den negativen Bereich vorzustoßen, dürfte daher überschaubar bleiben.

In Dänemark gibt es bereits negative Sollzinsen. Das Darlehen kostet Häuslebauer aber trotzdem etwas, denn die Bankgebühren kommen noch hinzu. Potenzielle Immobilienkäufer dürfen sich auch nicht der Illusion hingeben, dass sie sich plötzlich mehr Haus kaufen können, weil die Bank in so einem Fall eine Art Zuschuss gibt: Die Kreditvergabe dürfte bei derartigen Extremkonditionen mindestens so streng ausfallen wie ohnehin schon, wenn nicht noch strenger.

Nur wenige dürften also profitieren. Das wäre wieder ganz ähnlich den Lockangeboten der Vergleichsportale: Die gelten in aller Regel nur für Kleinstbeträge – und solvente Antragsteller.

Mehr: Starke Preissteigerungen bei Einfamilienhäusern bereiten vielen Ökonomen Sorgen. Die Wahrscheinlichkeit für eine Immobilienblase sehen sie bei 92 Prozent.

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