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Kommentar Bei den Landesbanken ist es Zeit für eine große Lösung

Die NordLB sucht einen Investor. Sollte die Helaba die Bank als Ganzes kaufen, könnte das der Auftakt für eine weitergehende Konsolidierung der öffentlich-rechtlichen Spitzeninstitute sein.
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NordLB-Mehrheitseigner Niedersachsen könnte bei einem Angebot der Helaba dazu bereit sein, das Institut als Ganzes zu verkaufen. Quelle: dpa
NordLB

NordLB-Mehrheitseigner Niedersachsen könnte bei einem Angebot der Helaba dazu bereit sein, das Institut als Ganzes zu verkaufen.

(Foto: dpa)

Sparkassenpräsident Helmut Schleweis hat die Probleme des öffentlich-rechtlichen Finanzsektors treffend analysiert. „Für mich ist klar, dass die Strukturen unserer Verbundunternehmen so nicht zukunftsfähig sind“, sagte er im Februar im Handelsblatt-Interview. „Daran müssen wir arbeiten.“

Nun hat Schleweis die Möglichkeit, seinen Worten Taten folgen zu lassen. Denn die Probleme der NordLB, die auf der Suche nach Investoren ist, bieten die Möglichkeit, eine umfassende Konsolidierung der öffentlich-rechtlichen Spitzeninstitute in Deutschland in Angriff zu nehmen.

Neben angelsächsischen Finanzinvestoren prüft auch die Landesbank Helaba einen Einstieg bei der NordLB. Und es ist davon auszugehen, dass der NordLB-Mehrheitseigner Niedersachsen bei der Helaba anders als bei Finanzinvestoren bereit wäre, das Institut als Ganzes zu verkaufen.

Eine solche Lösung hätte viele Vorteile: Die Hannoveraner Bank müsste den öffentlich-rechtlichen Einlagensicherungsfonds nicht verlassen. Und auch die Sparkasse Braunschweig und die Förderbanken für Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern könnten in der NordLB verbleiben. Bei einem Einstieg von Finanzinvestoren wäre das schwer vorstellbar.

Die Helaba hat sich nach der Zerschlagung der WestLB 2012 bereits Teile der Düsseldorfer Landesbank einverleibt und damit gute Erfahrungen gemacht. Durch eine Übernahme der NordLB hätte das Frankfurter Institut die Möglichkeit, noch mehr Geschäft auf seine Plattform zu bringen.

Das ist eine Chance: Größere Banken können die steigenden Kosten für IT und Regulatorik tendenziell besser stemmen. Natürlich muss die Helaba wie bei der WestLB darauf achten, sich im Zuge einer Übernahme nicht zu große Risiken ins Haus zu holen. Aber das sollte durchaus möglich sein.

Auf einem anderen Blatt steht, dass eine Fusion der Helaba mit dem ebenfalls in Frankfurt angesiedelten Sparkassen-Fondsanbieter Deka betriebswirtschaftlich wesentlich attraktiver wäre. Doch bisher wurde ein solcher Deal vor allem von den Sparkassen in Baden-Württemberg verhindert. Diese wollten nicht, dass in Frankfurt ein übermächtiger Konkurrent für die Stuttgarter LBBW entsteht.

Es wäre gut, wenn Sparkassenpräsident Schleweis diese Blockadehaltung aufweichen und eine Lösung herbeiführen könnte, die für alle Beteiligten vorteilhaft ist. Das ist aufgrund der unterschiedlichen Interessen im öffentlich-rechtlichen Lager sehr schwierig, aber nicht unmöglich.

Denn Schleweis ist seit Jahrzehnten in der Sparkassenorganisation tätig und genießt – anders als sein Vorgänger Georg Fahrenschon – bei fast allen Beteiligten hohes Ansehen. Wenn jemand die Sparkassen von einer großen Lösung im Landesbanken-Sektor überzeugen kann, dann Schleweis.

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