Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Bei den Steuern gibt es weiterhin Reformbedarf – trotz Entlastung

Die spürbare Steuerentlastung kommt in der Coronakrise zur richtigen Zeit. Trotzdem braucht es in der kommenden Legislaturperiode größere Reformen.
28.12.2020 - 17:21 Uhr Kommentieren
Im kommenden Jahr bleibt in vielen Haushalten deutlich mehr Netto vom Brutto. Quelle: imago stock&people
Arbeit an der Steuererklärung

Im kommenden Jahr bleibt in vielen Haushalten deutlich mehr Netto vom Brutto.

(Foto: imago stock&people)

In den vergangenen Jahren gab es für die Steuerzahler Entlastungen allenfalls in homöopathischen Dosen. Doch ab Januar treten nun gleich mehrere Änderungen in Kraft, die zusammen für eine spürbare Steuersenkung sorgen: Der Solidaritätszuschlag wird für die allermeisten Steuerzahler entfallen, gleichzeitig steigen Grundfreibetrag und Kindergeld.

Besonders profitieren Familien, Alleinerziehende, Durchschnitts- und Besserverdiener. Auch wenn steigende Sozialversicherungsbeiträge einen Teil der Entlastung gleich wieder aufzehren, so bleibt sehr vielen Haushalten deutlich mehr Netto vom Brutto. Bis zu 2500 Euro im Jahr sind für einige drin.

Die Krux des Ganzen: Ausgerechnet zu einer Zeit, in der der Staat wegen der Coronakrise Rekordschulden aufnimmt, schmälert er seine Einnahmen. Das ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil dem Steuerzahler in den vergangenen Jahren stets erklärt wurde, dass für ihn trotz gewaltiger Haushaltsüberschüsse kein Geld übrig sei.

Die jetzige Entlastung verdanken die Bürger auch weniger der Einsicht der Politiker als dem Zeitablauf: Die längst beschlossene Soli-Teilabschaffung wollte die Große Koalition trotz Pandemie nicht wieder absagen. Zu Recht. Das Vorgehen dient nicht nur der politischen Glaubwürdigkeit, sondern könnte auch die Wirtschaft stützen.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Konjunkturell ist Deutschland weiterhin angeschlagen. Die Entlastung bei der Einkommensteuer dürfte für Impulse sorgen und damit das Auslaufen der befristeten Mehrwertsteuersenkung kompensieren. Auch wenn ein Teil des zusätzlich verfügbaren Einkommens aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheit zunächst gespart wird, könnte die Maßnahme später dennoch den Aufschwung unterstützen.

    Unternehmen sind bei Soli-Abschaffung ausgeklammert

    Für steuerpolitische Selbstzufriedenheit gibt es dagegen keinen Grund. Auch wenn die Bundesregierung nun erstmals seit Jahren für eine spürbare Entlastung sorgt, bleibt Reformbedarf im Steuersystem.

    Einerseits konnten sich Union und SPD nur auf eine halbherzige Abschaffung des Solidaritätszuschlages einigen: Für Spitzenverdiener bleibt er als verkappte Reichensteuer erhalten. Das sollte schnellstmöglich mit einer Gesamtreform des Einkommensteuertarifs glattgezogen werden, bei der dann auch der weiterhin zu steile Anstieg der Steuerlast bei mittleren Einkommen gedämpft wird.

    Zudem wurden bei der Soli-Abschaffung Unternehmen ausgeklammert. Bei den Unternehmensteuern muss Deutschland aufpassen, international nicht abgehängt zu werden.

    Bei diesen Maßnahmen geht es nicht zwangsläufig nur um Entlastungen. Allerdings sind solche Reformen ohne einen gewissen Verteilungsspielraum auch nicht umsetzbar. Das macht die Angelegenheit angesichts der durch die Corona-Schulden angespannten Haushaltslage nicht gerade einfach.

    Mehr: Soli-Aus: Für wen der Zuschlag automatisch wegfällt und wer aufpassen muss.

    Startseite
    Mehr zu: Kommentar - Bei den Steuern gibt es weiterhin Reformbedarf – trotz Entlastung
    0 Kommentare zu "Kommentar: Bei den Steuern gibt es weiterhin Reformbedarf – trotz Entlastung"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%