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Kommentar Bei der Bafin braucht es für einen Neuanfang mehr als neue Köpfe

Der Wirecard-Skandal hat viele Schwächen der deutschen Finanzaufsicht offengelegt. Für einen Kulturwandel reicht eine neue Führungsspitze nicht aus.
30.01.2021 - 10:45 Uhr 1 Kommentar
Der Rücktritt des Behördenchefs löst nicht die eigentlichen Probleme der deutschen Finanzaufsicht. Quelle: REUTERS
Bafin-Präsident Felix Hufeld

Der Rücktritt des Behördenchefs löst nicht die eigentlichen Probleme der deutschen Finanzaufsicht.

(Foto: REUTERS)

Spektakuläre Personalien wie der Doppelrauswurf von Bafin-Präsident Felix Hufeld und seiner Stellvertreterin Elisabeth Roegele mögen tatkräftig und entschlossen wirken. Die eigentlichen Probleme lösen sie aber nicht. Zumindest nicht dann, wenn sich die Veränderungen auf den Austausch von Köpfen beschränken.

Das heißt nicht, dass das Aus für Hufeld und Roegele falsch gewesen wäre. Im Gegenteil, der Schritt war überfällig. Roegele war als oberste Wertpapieraufseherin für einige der größten Fehlleistungen im Wirecard-Skandal verantwortlich wie etwa das Leerverkaufsverbot für Aktien des Skandalkonzerns und die Anzeige gegen Journalisten der „Financial Times“. Hufeld trägt als Behördenchef ohnehin die politische Verantwortung für die Summe der Versäumnisse seines Hauses.

Doch das macht die Rücktritte von Hufeld und Roegele noch nicht zu einem Befreiungsschlag oder zu einem Neuanfang. Dazu braucht es mehr als neue Gesichter, Kompetenzen oder ein umgebautes Organigramm. Wichtiger wären ein neues Selbstverständnis und eine andere Mentalität.

Etwa durch einen intensiveren personellen Austausch mit anderen, internationalen Aufsichtsbehörden. Doch Karrieren wie die von Sabine Lautenschläger, die erst von der Bafin zur Bundesbank und dann zur Europäischen Zentralbank wechselte, sind bislang die Ausnahme. Und Karrieren wie die von Mark Carney, der als Kanadier Chef der Bank of England wurde, sind in Deutschland kaum vorstellbar.

Das ist schade. Denn internationale Erfahrung in der Belegschaft hätte womöglich verhindert, dass sich die Bafin lieber mit dem „kulturellen Hintergrund“ von Hedgefonds-Managern beschäftigte, die gegen Wirecard wetteten, als mit dem Inhalt ihrer Vorwürfe. Oder die Aufseher hätten mitbekommen, wie unvorstellbar es anderswo wäre, wenn Mitarbeiter einer Kontrollbehörde mit Aktien der von ihnen beaufsichtigten Unternehmen handeln.

Bafin agierte wie eine Schutzmacht bei Wirecard

Auch der Umgang der Bafin mit den von ihr regulierten Unternehmen bedarf eines Neustarts. Bei Wirecard agierte die Bafin fast wie eine Schutzmacht, die eine deutsche Firma vor der Unbill internationaler Finanzmärkte schützt – und nicht wie ein unparteiischer Schiedsrichter.

Die Bafin sollte lieber häufiger Partei  für die Kunden der von ihr regulierten Finanzfirmen ergreifen. Die kundenfreundliche Position der Behörde im Streit um die Zinsen von Prämiensparverträgen ist da ein guter Anfang.

Einen Kandidaten – oder eine Kandidatin zu finden, die all diese Reformen in die Tat umsetzen kann, dürfte Bundesfinanzminister Scholz schwerer fallen, als die „organisatorische Neuaufstellung“ der Bafin, die er in Aussicht gestellt hat. 

Mehr: Kehraus im Wirecard-Skandal: Bafin-Chef Hufeld und Stellvertreterin Roegele müssen gehen

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1 Kommentar zu "Kommentar: Bei der Bafin braucht es für einen Neuanfang mehr als neue Köpfe"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Absetzung war längst überfällig und angesichts des Schadens, den die Bafin in den vergangenen Jahren durch Untätigkeit in verschiedenen Fällen nicht vermieden hat und der Cum-Ex-Vorgeschichte von Roegele kann es bei einer einfachen Absetzung nicht bleiben.

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