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Kommentar Bei der Commerzbank entsteht ein gefährliches Vakuum

Der Aufsichtsrat will sich mit der Neubesetzung der Führungsspitze Zeit lassen. Das ist gefährlich. Die Commerzbank hat zu viel zu verlieren.
09.07.2020 - 14:05 Uhr Kommentieren
Eine schnelle Lösung der Commerzbank-Führungskrise ist nicht in Sicht. Quelle: dpa
Commerzbank

Eine schnelle Lösung der Commerzbank-Führungskrise ist nicht in Sicht.

(Foto: dpa)

Der Aufsichtsrat der Commerzbank hat am Mittwoch eine fast schon trotzige Gelassenheit demonstriert. Oder war es Fatalismus? Fast den ganzen Tag dauerte die Sitzung. Heraus kam: so gut wie nichts. Der Rücktritt von Vorstandschef Martin Zielke wurde angenommen. Was auch sonst.

Wer auf ihn folgt, ist völlig offen. Es gab auch keine Entscheidung darüber, wer künftig an der Spitze des Kontrollgremiums stehen und damit in die Fußstapfen von Stefan Schmittmann treten soll, der ebenfalls hingeworfen hat und Anfang August weg sein wird. In der knappen Mitteilung, die die Bank am Abend herausschickte, gab es nicht den kleinsten Hinweis, wie der Zeitplan zur Neuordnung an der Konzernspitze aussehen soll. Vier dünne Sätze. Und sehr viele Fragen.

Für die Commerzbank ist das ein gefährliches Machtvakuum. Und das zu einer äußerst kritischen Zeit. Die Corona-Pandemie hat zu einem schweren Wirtschaftseinbruch in Deutschland und ganz Europa geführt, der über das Kreditgeschäft am Ende auch die Banken empfindlich treffen könnte. Immer mehr Experten schlagen Alarm, dass es hierzulande sogar eine neue Bankenkrise geben könnte.

Und nicht zu vergessen: Der Commerzbank ging es schon vorher nicht gut. Die Kosten laufen davon, die Rendite ist mickrig. Jetzt kommt noch mehr Druck auf den Kessel, wie die tiefroten Zahlen im ersten Quartal gezeigt haben. Das Institut müsste seine Strategie dringend nachschärfen und die Sparmaßnahmen intensivieren, so wie es Großaktionär Cerberus zuletzt immer eindringlicher gefordert hatte. Denn auch ein Sparprogramm ist nicht von heute auf morgen umgesetzt.

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    Aber die Commerzbank, die schon die Finanzkrise nur dank der Rettung durch den Staat überlebt hat, taumelt nun führungslos durch die nächste Krise. Es mag löblich sein, dass Zielke die Geschäfte in vollem Umfang weiterführen will, bis ein Nachfolger gefunden ist. Aber ein angeschlagener Chef, der wesentliche Ziele seiner alten Strategie verfehlt und das Vertrauen wichtiger Anteilseigner verspielt hat, kann keine radikalen Maßnahmen mehr durchsetzen. Er kann bestenfalls noch Schadensbegrenzung betreiben. Die Deutsche Bank mag selten als Vorbild taugen, aber in diesem Punkt vielleicht schon: Wann immer hier mal wieder ein CEO verschlissen wurde, gab es sofort ein neues Gesicht. Der Kapitalmarkt braucht Klarheit.   

    Das gilt auch für die Commerzbank. Die Suche nach der neuen Führung darf sich nicht bis in den Herbst hinziehen, denn die Bank hat zu viel zu verlieren. Hier ist auch der Bund als größter Aktionär in der Pflicht. Er sollte eine Person seines Vertrauens auf dem Posten des Aufsichtsratschefs installieren, die dann sehr zügig die CEO-Suche vorantreibt. Das ist er nicht zuletzt uns Steuerzahlern schuldig.

    Mehr: Das Commerzbank-Beben ist ein Desaster für den Finanzplatz Deutschland.

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