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Kommentar Bei der gesetzlichen Rente ist es Zeit für echte Reformen

Unhaltbare Versprechen bei der gesetzlichen Rente sind keine Antwort auf drohende Altersarmut. Es braucht stattdessen zielgerichtete Maßnahmen.
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Die große Koalition darf nicht davor zurückscheuen, über Ideen wie obligatorische Zusatzrenten in der betrieblichen oder privaten Säule nachzudenken. Quelle: dpa
Grundrenten-Streit der Großen Koalition

Die große Koalition darf nicht davor zurückscheuen, über Ideen wie obligatorische Zusatzrenten in der betrieblichen oder privaten Säule nachzudenken.

(Foto: dpa)

Viele Deutsche schauen mit Unbehagen auf ihre finanzielle Absicherung für das Alter. Vor allem das Vertrauen in das Leistungsversprechen der gesetzlichen Rentenversicherung schwindet. In einer Erhebung im Auftrag der IG Metall war kürzlich nur knapp ein Drittel der Befragten überzeugt, im Alter gut oder eher gut von der gesetzlichen Rente leben zu können. Dabei gilt: Je jünger die Befragten, desto größer ist das Unbehagen.

In längst nicht allen Fällen sind die Sorgen berechtigt, Warnungen vor einer Massenarmut im Alter übertrieben. Doch gerade für Menschen, die sich nur auf die gesetzliche Rente verlassen, könnte es in Zukunft eng werden. Das zeigt auch die Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Die Ableitung aus diesem Befund darf aber nicht sein, sich mit schwer zu haltenden und zu bezahlenden Versprechen auf die erste Säule des Rentensystems zu konzentrieren.

Wer fordert, das Rentenniveau langfristig auf dem heutigen Wert zu halten oder es gar wieder anzuheben, verkennt die demografische Wucht der kommenden Jahrzehnte. Immer weniger Beitragszahler müssen für immer mehr Leistungsempfänger mit immer höherer Lebenserwartung aufkommen. Es ist richtig, künftige Rentensteigerungen mit Blick auf die veränderte Altersstruktur zu dämpfen. Sonst droht der umlagefinanzierten Rentenversicherung der Finanzkollaps.

Umso wichtiger ist die Stärkung der kapitalgedeckten Vorsorge für die Absicherung im Alter, um ein sinkendes Rentenniveau zu kompensieren. Hier darf die Große Koalition keine Zeit mehr verlieren – und sollte nicht davor zurückscheuen, über Ideen wie obligatorische Zusatzrenten in der betrieblichen oder privaten Säule nachzudenken.

Vor allem müssen Union und SPD die politischen Spielchen bei der Grundrente beenden. Wer lange gearbeitet hat, muss im Alter mehr als den Sozialhilfesatz bekommen. Die Koalition schuldet den Wählern einen Kompromiss, der zielgerichtet Altersarmut verhindert.

Mehr: Bei der Grundrente sind Union und SPD zerstritten. Dabei gibt es Handlungsbedarf. Lesen Sie hier, warum das Armutsrisiko im Alter künftig zunehmen könnte.

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1 Kommentar zu "Kommentar: Bei der gesetzlichen Rente ist es Zeit für echte Reformen "

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  • So strittig sind die Großkoalitionäre eigentlich nicht. Wenn sich der Arbeitsminister an die vertraglichen Vereinbarungen aus dem Koaltionsvertrag gehalten hätte, wäre er jetzt sicherlich schon weiter. Die Grundrente ist nun mal eine Sozialleistung und Sozialleistungen standen bisher unter dem Bedürftigkeitsprinzip. Was soll denn derjenige sagen, der nur 34 Jahre gearbeitet hat und keinen Anspruch auf Grundrente hat, aber auch zu wenig Geld zum Leben aus der Rente bekommt. Der muss dann aufstocken und bekommt das Geld als Sozialleistung, die voll der Bedürftigkeitsprüfung unterliegt. Das Ganze wird dann noch ungerechter, wenn schon eine gute Rente vorhanden ist und die zweite Rente dann das Familieneinkommen nur ergänzt. Wenn die ganze Überprüfung, wie Hr. Heil behauptet, ein bürikratisches Monster sei, dann müsste man die Bedürftigkeitsprüfung ja generell abschaffen. Da muss er sich dann aber sehr intensiv mit seinem Kollegen BFM unterhalten, weil wir dann die Steuern nur noch für Soziales brauchen.

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