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Kommentar Bei der Verkehrswende rächen sich jetzt die Fehler der Vergangenheit

Autobauer und Regierung werden von den zahlreichen Versäumnissen der Vergangenheit eingeholt. E-Autos allein werden die Probleme nicht lösen.
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Die Politik hat es versäumt, rechtzeitig in die Infrastruktur zu investieren – etwa in ein solides Schienennetz. Quelle: dpa
Verspätungen bei der Bahn

Die Politik hat es versäumt, rechtzeitig in die Infrastruktur zu investieren – etwa in ein solides Schienennetz.

(Foto: dpa)

Wie heißt es so schön bei der Hetzjagd? Den Letzten beißen die Hunde! Die Gejagten sind dieser Tage die deutschen Autohersteller und die Regierung Merkel, die beide seit Jahren die nötige Ernsthaftigkeit vermissen lassen, die Kohlendioxidemissionen im Verkehrssektor derart zu senken, dass es 2030, wie politisch zugesagt, satte 42 Prozent weniger sind als noch 1990. Das Klimaziel steht, wer es verpasst, muss empfindliche Strafen zahlen. Was also tun?

Über Jahre hat es die Politik versäumt, derart in das Verkehrssystem zu investieren, dass die Menschen in Städten gern mit dem Fahrrad fahren oder Pendler entspannt die Bahn und den Nahverkehr nutzen. Das Schienennetz verkommt, die Menschen stehen im Stau, zur Unterhaltung wird das Hohelied der Digitalisierung gesungen, mit der alles effizienter und damit sauberer werden soll.

Zugleich werden die Autos immer größer und schwerer, sodass die Emissionen steigen, obwohl die deutsche Ingenieurskunst für immer effizientere Fahrzeuge sorgt. Auch wurde lange nicht vehement genug an alternativen Kraftstoffen geforscht, die eine bessere Ökobilanz aufweisen können, als es bei einem batteriebetriebenen Fahrzeug der Fall ist, vor allem wenn es mit Strom aus Kohlekraftwerken gespeist wird.

Nun spüren Autobauer und Regierende bereits den Atem der Treibhunde an ihren Waden. Allein deshalb haben sich BMW, Daimler und Volkswagen darauf verständigt, dass allein der massive Ausbau der Elektromobilität die Lösung ist – zumindest für die kommenden elf Jahre, in denen das Teilziel 2030 erreicht werden muss.

Sieben bis zehn Millionen Fahrzeuge wollen allein die deutschen Autobauer hierzulande auf die Straße bringen. Der Staat soll im Gegenzug mächtig in die Infrastruktur investieren und mit Subventionen dafür sorgen, dass die Menschen die teuren Gefährte kaufen. Jeder zweite neu verkaufte Wagen soll 2030 batterieelektrisch fahren, pro Jahr sollen deshalb nun 40.000 neue Ladesäulen entstehen; bislang gibt es circa 16.000 und nicht einmal 100.000 reine E-Mobile.

Dieser vermeintliche Haken wird sich unter Umständen als schwerer Stolperstein erweisen – wenn das E-Autos bis dahin nicht selbst sauber ist. Bisher ist es dies nur, weil es politisch so definiert wird. Umso wichtiger ist es, dass Bund, Länder und Kommunen anfangen, ein nachhaltiges Verkehrssystem aufzubauen, dass die Bedürfnisse der Menschen berücksichtigt.

So etwas gelingt nur, wenn die Rahmenbedingungen stimmen: Züge etwa sauber und pünktlich sind, Rad- und Fußwege sicher sind und auch das Auto seinen Platz hat – warum nicht mit alternativen Kraftstoffen? Längst wartet schon die nächste Hetzjagd: 2050 soll der Verkehrssektor weitgehend ohne CO2-Emissionen auskommen.

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