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Kommentar Bei einem übereilten Kohleausstieg droht eine fatale Spirale

In Deutschland geht es wegen des eiligen Kohleausstiegs aufwärts mit den Strompreisen. Für die Industrie sollte das ein Alarmsignal sein.
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Durch einen schnellen Ausstieg steigen die Strompreise. Quelle: Paul Langrock/Zenit/laif
Braunkohlekraftwerk

Durch einen schnellen Ausstieg steigen die Strompreise.

(Foto: Paul Langrock/Zenit/laif)

Wie man es auch dreht und wendet: Ein Ausstieg aus der Kohleverstromung wird die Strompreise nach oben treiben. Die Strukturwandelkommission, die im Auftrag der Bundesregierung den Weg für den Ausstieg ebnen soll, trägt daher eine riesige Verantwortung.

Das Problem des Strompreisanstiegs ist vielschichtig. Deutschlands private Stromverbraucher zahlen im europäischen Vergleich bereits seit Jahren Höchstpreise. Jüngsten Untersuchungen zufolge sind sie mittlerweile sogar höher als in Dänemark, dem langjährigen Spitzenreiter bei den Strompreisen. Aber die privaten Verbraucher nehmen das klaglos zur Kenntnis. Sie haben ja auch keine echten Alternativen.

Ganz anders sieht es in der Industrie aus. Hier entscheidet die Entwicklung des Strompreises mitunter darüber, ob ein Unternehmen im internationalen Wettbewerb mithalten kann oder nicht. Das gilt insbesondere für die energieintensiven Branchen wie Chemie, Stahl, Aluminium oder Papier.

Unternehmen dieser Branchen profitieren zwar von den Entlastungen, die ihnen die Politik bei der Umlage nach dem Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) oder bei den Netzentgelten eingeräumt hat. Das verschafft ihnen aber im Vergleich zu ihren europäischen Konkurrenten keinen Vorteil, sondern sorgt allenfalls für Waffengleichheit. Denn die meisten der vielen Umlagen auf den Strompreis sind deutsche Erfindungen und in anderen Ländern gänzlich unbekannt.

Wenn nun der Strompreis aufgrund eines übereilten Kohleausstiegs in Deutschland stärker steigt als jenseits der Grenzen, haben die energieintensiven Branchen das Nachsehen. Die hohen Strompreise hierzulande sind schon seit Jahren einer der Hauptgründe dafür, dass die betroffenen Branchen weniger investieren, als sie abschreiben, somit ihre Substanz aufzehren.

Wenn nun der Kohleausstieg übereilt wird, wird sich diese Entwicklung verschärfen. Das kann die Kommission nicht wollen.

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