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Kommentar Bei Lebensversicherungen ist die Größe entscheidend

Die Absage einer baldigen Zinswende durch die Notenbanken bringt kleine Versicherer in Bedrängnis. Am Ende leiden vor allem die Versicherten.
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Der Druck auf die kleinen Lebensversicherer steigt. Quelle: Lennart Gäbel
Niedrigzinspolitik

Der Druck auf die kleinen Lebensversicherer steigt.

(Foto: Lennart Gäbel)

Wie hoch fällt das Zusatzplus im Alter aus? Die anhaltende Zinsflaute an den Kapitalmärkten verheißt Lebensversicherungskunden wenig Erfreuliches. Noch Anfang des Jahres war sich die Fachwelt einig, dass die Talsohle bei der Überschussbeteiligung durchschritten ist. Ein halbes Jahr später ist davon keine Rede mehr.

Auch im nächsten Jahr werden die Zinsen, die Anbieter ihren Kunden gutschreiben, wahrscheinlich wieder nur eine Richtung kennen: nach unten. Der Hintergrund ist dafür so simpel wie unerfreulich. Sämtliche deutschen Staatspapiere sind für Anleger inzwischen ein Verlustgeschäft: Selbst die Rendite für Bundesanleihen mit einer Laufzeit von 30 Jahren sank im August erstmals unter null.

Nicht nur viele Versicherte müssen deshalb umdenken. Auch für viele Assekuranzen, die zu den größten Kapitalanlegern in Deutschland zählen, markiert dies eine Zäsur. Denn die Marktentwicklung sorgt unbarmherzig dafür, dass eine Gesetzmäßigkeit greift, die in besseren Zeiten auf dem Versicherungsmarkt noch leichter missachtet werden konnte: size matters, Größe zählt.

Jahrelang war das Geschäft der Versicherer im Kern beneidenswert einfach. Die Konzerne sammelten Geld von ihren Kunden ein, um deren Altersvorsorge zu sichern und legten das Kapital vor allem in Staatspapieren und Pfandbriefen an. Von den Renditen konnten sowohl Versicherte als auch Unternehmen gut leben. Doch nach Jahren mit Nullzinsen in Europa ist das nur mehr eine selige Erinnerung.

Heute kommt es mehr denn je darauf an, dass die Häuser ein professionelles Kapitalmanagement aufbieten können, um ihre einstigen Renditeversprechen noch zu halten. 3,5 Prozent Garantiezinsen, wie in vielen Altverträgen vereinbart, sind inzwischen nicht mehr einfach zu erreichen – zumal die Firmen wegen strenger Regulierung für die Anlage in Aktien hohe Hürden überwinden müssen.

Das bringt jedoch kleine Versicherer schnell an ihre Grenzen. Für sie ist es häufig kaum realisierbar, ganze Teams von Spezialisten zu unterhalten, um noch renditestarke Anlagemöglichkeiten zu finden. Wie wichtig das jedoch für die Branche ist, zeigt die Tatsache, dass der weltgrößte Rückversicherer Munich Re mit dem Briten Nicholas J. Gartside dieses Jahr eigens einen neuen Vorstandsposten für die Vermögensverwaltung schuf.

Der Druck auf die Kleinen steigt weiter. Bereits heute hat die Bafin ein Drittel der 84 deutschen Lebensversicherer unter verschärfter Beobachtung, weil ihnen auf lange Sicht Probleme drohen können. Wer heute eine Lebensversicherung abschließt, sollte also genau hinschauen. Es ist wichtiger denn je, einen Anbieter zu suchen, der seine Finanzen und sein Portfolio im Griff hat.

Mehr: Die Profitabilität vieler deutscher Institute lässt zu Wünschen übrig. Dazu schmälern noch die sinkenden Notenbankzinsen die Einnahmen der Banken. Lesen Sie hier mehr

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