Ryanair

Ryanair kann seine Gehälter erhöhen ohne sein Geschäftsmodell aufgeben zu müssen.

(Foto: dpa)

Kommentar Bei Ryanair ist die Zeit für Kompromisse gekommen

Ryanair kann und muss sich einen Schritt auf seine Mitarbeiter zubewegen. Denn das ist die irische Airline ihren Mitarbeitern schuldig.
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Wer nicht hören will, muss fühlen, lautet ein Sprichwort – und es fällt nicht schwer, sich vorzustellen, wie sich Ryanair-Chef Michael O‘Leary in der vergangenen Woche gefühlt haben muss, als die Airline wegen Streiks rund 400 Flüge streichen musste. An diesem Montag werden die Verhandlungen mit der irischen Gewerkschaft fortgesetzt, erstmals mit einem Schlichter in der Mitte. Endlich. Wenn die irische Gewerkschaft sich mit der Airline einigt, hat das Signalwirkung auf die Verhandlungen in den anderen Ländern. Denn es wird Zeit, dass dieser Konflikt beigelegt wird.

Wer sich bewegen muss, liegt auf der Hand: Ryanair. Der Airline wird es nicht schaden, einen Schritt auf die Mitarbeiter zuzugehen. Nach Angaben von Ryanair sind im Schnitt bei einem Ticket für 39 Euro sechs Euro für Personalkosten einkalkuliert. Das ist deutlich weniger als bei der Konkurrenz, bei Easyjet etwa sind es neun Euro bei einem durchschnittlichen Ticketpreis von 60 Euro. Das zeigt, dass Ryanair durchaus auf seine Mitarbeiter zugehen und seine Ticketpreise moderat erhöhen kann, ohne das Geschäftsmodell vollkommen aufzugeben. Und das sollte Airline-Chef O‘Leary auch tun. Denn die Zeiten seit seinem Amtsantritt 1994 haben sich geändert.

Jahrzehntelang konnte Ryanair wachsen. Dank der Ticketpreise, zu denen man in manchen Städten nicht einmal ein Mittagessen bekommt. Die Passagierzahlen schossen in die Höhe, und die Investoren waren begeistert – im Gegensatz zu den Mitarbeitern. Als mittlerweile etabliertes Unternehmen ist es Ryanair seinen Mitarbeitern schuldig, sie besser zu behandeln. Das liegt zudem im Interesse der Airline.

Der Fachkräftemangel, über den die deutsche Wirtschaft schon so lange klagt, hat die Flugbranche erreicht. Wenn Ryanair den Streit beilegen kann, haben alle gewonnen: das Unternehmen, die Mitarbeiter – und die Passagiere. Letztere müssen sich nicht mehr dafür rechtfertigen, dass sie einen günstigen Urlaub auf Kosten anderer verbringen.

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