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Kommentar Bei Saudi-Arabien setzt Indien auf knallharte Realpolitik

Mohammed bin Salman wird in Indien fürstlich empfangen. Der Skandal um den Khashoggi-Mord interessiert hier kaum jemanden, wohl aber das saudische Öl.
20.02.2019 - 16:00 Uhr Kommentieren
Indien will seinen hohen Ölverbrauch über Importe aus Saudi-Arabien decken. Quelle: AFP
Kronprinz Mohammed bin Salman (l.) zu Besuch bei Indiens Premier Narendra Modi

Indien will seinen hohen Ölverbrauch über Importe aus Saudi-Arabien decken.

(Foto: AFP)

Es ist nicht so, als hätte man in Indien den mutmaßlichen Auftragsmord an Jamal Khashoggi verziehen. Die indische Regierung hat die Affäre nie interessiert. So kommt es, dass der von manchen europäischen Staaten als Paria geächtete saudische Kronprinz in Neu-Delhi wie ein Heiliger empfangen wird.

Regierungschef Narendra Modi selbst holte Mohammed bin Salman am Flughafen ab. Modi wollte Pakistan in nichts nachstehen. Dort chauffierte Präsident Imran Khan den Prinzen persönlich zum Hotel.

Die Staaten Südasiens wetteifern um die Gunst des mächtigen Prinzen. Während sich einige europäische Regierungen von Mohammed bin Salman abwenden, bleibt er in den aufstrebenden Volkswirtschaften Asiens ein gern gesehener Gast.

Die Reaktion der Europäer ist moralisch anständig. Politisch bleibt sie angesichts der zahlreichen Alternativen für den Prinzen aber weitgehend folgenlos. Nach seinem Indienbesuch reist er weiter nach China.

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    Zu begehrt sind das Öl und Kapital des Wüstenstaats. Indien, wo der Erdölverbrauch so schnell wächst wie nirgendwo sonst, bezieht 20 Prozent der Einfuhren des Rohstoffs von den Saudis. Während die globale Nachfrage nach dem Rohstoff wohl schon in wenigen Jahren ihren Höhepunkt erreicht, wird sie in Indien noch Jahrzehnte zunehmen.

    Zudem soll sich Saudi-Arabien an einer 44 Milliarden US-Dollar teuren Raffinerie maßgeblich beteiligen. Angesichts so starker Interessen setzt man in Neu-Delhi auf knallharte Realpolitik. Da stört auch nicht, dass Mohammed bin Salman kurz zuvor beim Erzfeind Pakistan Investitionszusagen in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar gemacht hat – ausgerechnet zu einer Zeit, in der der Kaschmir-Konflikt zwischen den Atommächten wieder hochkocht.

    Indien gab sich mit einer symbolischen Geste zufrieden: Salman flog einfach kurz vor seinem Indienbesuch noch einmal kurz nach Hause – und reiste damit nicht direkt aus dem Feindesland an.

    Mehr: Indiens Premier Narendra Modi ist dafür bekannt, besonders viel Wert auf die Gunst der Investoren zu legen. Nun befindet er sich mitten im Wahlkampf. Wie gut seine Chancen stehen, hat Frederic Spohr für das Handelsblatt aufgeschrieben.

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