Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Bei Uniper ist ein Neuanfang überfällig

Der Abwehrkampf des Stromkonzerns Uniper gegen den Großaktionär Fortum war anfangs durchaus legitim. Nun wurde es aber Zeit, ihn zu beenden.
Kommentieren
Der Aufsichtsratschef von Uniper und der Vorstandschef gehen künftig getrennte Wege. Quelle: dpa
Bernd Reutersberg (links) und Klaus Schäfer

Der Aufsichtsratschef von Uniper und der Vorstandschef gehen künftig getrennte Wege.

(Foto: dpa)

Ein Vorstandschef, der nicht vom Geschäftsmodell seines Unternehmens überzeugt ist, ist fehl am Platz. Deshalb ist es auch richtig, im Rahmen des Möglichen für die Selbstständigkeit seines Unternehmens zu kämpfen.

Vorstandschef Klaus Schäfer war von Uniper überzeugt. Er war an der Gründung des Stromproduzenten beteiligt, hatte ihn zu ersten Erfolgen geführt – und wehrte sich deshalb verständlicherweise gegen die Übernahmeofferte des finnischen Energiekonzerns Fortum.

Das war legitim, aber nur bis zu einem bestimmten Zeitpunkt. Seit vergangenem Sommer, als sich die Finnen gut 47 Prozent gesichert hatten, hätte Schäfer sich aktiv um eine Kooperation bemühen müssen. Und natürlich auch Schäfers Vorstandskollegen, spätestens seit der Konzernchef sein Amt wegen eines Krebsleidens ruhen lassen musste.

Vordergründig hatte das Management es nicht nötig, die Gespräche mit Fortum voranzutreiben. Den Finnen war zwar der Einstieg gelungen. Die Mehrheit können sie vorerst aber nicht erlangen. Die Genehmigungsbehörden in Russland, wo Uniper aktiv ist, hatten zwar die Transaktion gebilligt. Sie verfügten aber, dass Fortum die Schwelle von 50 Prozent nicht überspringen darf. Und trotz der inzwischen 49,99 Prozent, die die Finnen halten, haben sie keinen Zugriff auf den Vorstand. Der Aufsichtsrat, der diesen beaufsichtigt, ist bis 2022 gewählt.

Trotzdem hätte der Vorstand an der von Fortum gewünschten Kooperation aktiv mitarbeiten müssen. Zum einen sind die Finnen die größten Eigentümer. Ein Vorstand ist zwar den Interessen aller Anteilseigner verpflichtet, aber eben auch dem größten Aktionär. Vor allem wird das Management das Patt nicht auf Dauer halten können. Spätestens 2022 kann Fortum eigene Aufsichtsräte durchsetzen.

Es ist richtig, dass Aufsichtsratschef Bernhard Reutersberg jetzt ein Machtwort gesprochen – und einen Neuanfang mit Fortum angeordnet hat. Als Chefkontrolleur muss er auch die Interessen der Finnen im Blick haben. Der Vorstand auch.

Startseite

Mehr zu: Kommentar - Bei Uniper ist ein Neuanfang überfällig

0 Kommentare zu "Kommentar: Bei Uniper ist ein Neuanfang überfällig"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote