Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Beim 5G-Standard geht es um mehr als politische Zockerei

Die Politik will die Netzbetreiber zur Daseinsvorsorge zwingen: Statt Anreize im Wettbewerb zu setzen, soll es Strafen geben.
Kommentieren
Plötzlich sollen privatwirtschaftliche Unternehmen als Erstes das Gemeinwohl im Blick haben. Quelle: AP
5G

Plötzlich sollen privatwirtschaftliche Unternehmen als Erstes das Gemeinwohl im Blick haben.

(Foto: AP)

Nun also ist es amtlich: Auf Drängen von Politikern aus Bund und Ländern müssen die Mobilfunknetzbetreiber Frequenzen unter Bedingungen ersteigern, die für sie teuer werden dürften: nicht etwa, weil sie bei der fürs Frühjahr angesetzten Auktion in einem Bietergefecht zu viel bezahlen könnten. Es sind die Auflagen, nach denen sie die Bevölkerung mit Mobilfunk versorgen müssen.

Gut ein Jahr haben Politiker auf die zuständige Bundesnetzagentur Druck ausgeübt. Warum? Weil sie unzufrieden sind mit dem Stand des Netzausbaus in Deutschland, weil es Funklöcher gibt, weil die AfD die vermeintlich Abgehängten ohne Anschluss für sich gewinnt. In der Debatte wurden alle möglichen Fragen vermengt, technische und wirtschaftliche mit politischen.

Die Folge: Das Regelwerk auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt, das Infrastrukturwettbewerb als geeignetes Mittel für die besten Netze unterstellt, soll nun vornehmlich der Daseinsvorsorge dienen. Plötzlich sollen die privatwirtschaftlichen Unternehmen als Erstes das Gemeinwohl im Blick haben. Kein Wunder, dass die Übeltäter Telekom, Vodafone und Co. sind, haben sie doch den Auftrag, die Netze auszubauen.

Wer aber legt den Rahmen fest, innerhalb dessen die Unternehmen entscheiden, ob, wo und wie sie investieren? Es sind jene Politiker, die den flächendeckenden Ausbau des Netzes für das Echtzeitmobilfunknetz der Zukunft, 5G, einfordern, wohl wissend, dass dies technisch wie wirtschaftlich derzeit eine nicht zu lösende Aufgabe ist.

Stattdessen verschärfen sie mit dem jüngsten Beschluss für die neuen, 5G-tauglichen Frequenzen die Auflagen für längst vergebene Frequenzen. Wohl dem, der damit vor Gericht nicht Schiffbruch erleidet. Die Sache ist umso trauriger, als es mit dem 5G-Standard um mehr geht als politische Zockerei: Er weckt die Hoffnung, dem Internet der Dinge weltweit unter deutscher Technologieführerschaft zum Durchbruch zu verhelfen.

Diese Aufgabe ernsthaft und mit einem Plan anzugehen ist weit wichtiger als den Bürgern zu versprechen, sie würden bald schon in Echtzeit telefonieren. Wen interessiert, ob er Daten in 30 oder 10 Millisekunden erhält? Politiker in Bund und Ländern sollten sich ihrer Verantwortung für den Industriestandort Deutschland bewusst sein.

Dazu gehört ein Regelwerk mit Anreizen, das Qualität bei einem Netzbetreiber belohnt, um auch in unrentablen Regionen zu investieren. Dazu gehört, lokale 5G-Netze schnell zu schaffen, damit Unternehmen, Krankenhäuser und Universitäten Maschinen vernetzen und die Echtzeit für sich nutzen können. Der Privatkunde kann dann wählen: zwischen Anbietern mit gutem, schnellem Netz oder mit Funklöchern.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Kommentar - Beim 5G-Standard geht es um mehr als politische Zockerei

0 Kommentare zu "Kommentar: Beim 5G-Standard geht es um mehr als politische Zockerei"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.