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Kommentar Beim Kampf gegen das Coronavirus dürfen wir unsere Werte nicht vergessen

Die Deutsche Telekom gibt Mobilfunkdaten im Kampf gegen das Coronavirus an das Robert Koch-Institut weiter. Das ist eine sehr gefährliche Entwicklung.
18.03.2020 - 14:26 Uhr 3 Kommentare

Mobilfunkdaten im Kampf gegen Corona: „Das könnte nur der erste Schritt sein“

Der schnelle Anstieg der Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten verändert die Lage. Was noch vor wenigen Tagen undenkbar schien, wird heute denkbar. Das Unsagbare wird sagbar. Die Deutsche Telekom hat Daten über die Bewegungen ihrer Kunden an das Robert Koch-Institut weitergegeben. Damit können die Bewegungen von Menschen nachvollzogen werden.

Die Telekom geht damit an den Rand dessen, was der Datenschutz zulässt. Zwar betont sie, dass die Daten anonymisiert seien und nur einen Rückschluss auf den ungefähren Standort eines Kunden zulassen. Doch damit testet sie Grenzen aus. Der Bundesdatenschutzbeauftragte hat das Vorgehen bis zu diesem Punkt nicht beanstandet.

Doch schon bald könnte die Grenze überschritten sein. Das Robert Koch-Institut möchte möglichst nicht nur allgemeine Bewegungen der Bevölkerung erfassen, sondern auch Infizierte verfolgen können, um mögliche Kontaktpersonen zu identifizieren. Das lassen die Daten der Telekom derzeit nicht zu.

Andere Länder gehen da weiter. China zum Beispiel. In der Volksrepublik werden Smartphone-Apps genutzt, um den genauen Standort von Menschen zu verfolgen. Noch vor wenigen Wochen wurde solch ein Vorgehen in Deutschland als Instrument eines Überwachungsstaats kritisiert. Heute wird es plötzlich denkbar als Instrument im Kampf gegen das Virus.

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Standort erkennen

    Das ist eine sehr gefährliche Entwicklung. Es ist gut, dass die Bundesregierung alle Kräfte mobilisiert, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Es ist auch gut, dass viele Entscheidungen schnell getroffen werden. Aber jeder Schritt muss trotzdem gut überlegt sein.

    Das Vorgehen gegen das Virus darf nicht unsere Werte grundsätzlich infrage stellen. Es ist gut und richtig, dass wir einen strengen Datenschutz haben. Der Spielraum sollte nur in absoluten Notfällen ausgereizt werden. Der Ausbruch des Coronavirus verlangt Deutschland viel ab. Dabei dürfen wir unsere Werte nicht vergessen.

    Mehr: Telekom gibt Bewegungsdaten an das Robert-Koch-Institut weiter

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    3 Kommentare zu "Kommentar: Beim Kampf gegen das Coronavirus dürfen wir unsere Werte nicht vergessen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Antwort an Herrn Christian Suennen:
      Ja, ich bin definitiv der Meinung, dass die derzeitige Situation die anonyme Verwendung zulässt (das ist ja das was die Telekom tut).
      Sollte es noch schlimmer kommen und Wissenschaftler plausibel begründen können, dass sie auch nicht anonymisierte Daten benötigen, wäre ich auch damit einverstanden. Sie sollten die Originaldaten dann für sich behalten und nach ihrer Arbeit diese soweit wie möglich anonymisieren.
      Nur weil man die Daten missbrauchen könnte, muss es ja nicht dazu kommen. Natürlich besteht das Risiko, aber ein Risiko gibt es beim Autofahren auch und trotzdem tun es die meisten.

    • Unsere Werte existieren nur in unseren Köpfen (von einigen vergänglichen Dokumenten einmal abgesehen). Wenn es uns nicht mehr gibt, gibt es auch unsere Werte nicht mehr.

    • Ein netter Kommentar, aber nun mal die Frage? Sind sie der Meinung das die aktuelle Situation es zulässt oder nicht? Ich sage es klar, wir sollten sehr viel tun um die Situation unter Kontrolle zu bekommen. Und ich Frage mich ob eine Ausgangssperre nicht weitergehend ist. Denn dann ist auch bekannt, wo ich mich befinde.

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