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Kommentar Beim Thema Windkraft läuft momentan alles schief

Die Energiewende kann nur in Zusammenarbeit mit den Bürgern gelingen. Doch viele fühlen sich für dumm verkauft und wehren sich – ein Teufelskreis.
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Viele Bürger fühlen sich beim Thema Windkraft von der Politik nicht ernst genommen. Quelle: dpa
Windkraft in der Eifel

Viele Bürger fühlen sich beim Thema Windkraft von der Politik nicht ernst genommen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Deutschland hat ein großes Problem. Die Windenergie, das Aushängeschild der Energiewelt der Zukunft, finden die Bürger zwar prinzipiell in Ordnung, sobald es aber um eine zweihundert Meter hohe Mühle in der eigenen Nachbarschaft geht, ist das Geschrei groß.

Seit ein paar Jahren äußert sich dieser Protest allerdings nicht mehr nur durch Unterschriftensammlungen und bedruckte T-Shirts. Immer mehr Deutsche ziehen gegen die Windkraft vor Gericht: zu laut, zu hoch, zu hässlich, zu viele tote Vögel. Neben den ohnehin schon langwierigen Genehmigungsverfahren kommen jetzt im schlimmsten Fall also auch noch mehrjährige Klagen dazu.

In der Folge sind die Ausschreibungen für Windkraft an Land dramatisch unterzeichnet, der Ausbau droht ins Stocken zu geraten. Aus den Reihen der CDU werden Forderungen nach pauschalen Abstandsregelungen von 1000 Metern laut, um die protestierenden Mitbürger zu beruhigen. Dabei geht so eine Haudrauf-Maßnahme völlig an dem eigentlichen Problem vorbei.

Ganz davon abgesehen, dass auch außerhalb von einem Kilometer Bannkreis bedrohte Vogelarten leben können. Es gibt viele Orte, an denen artenschutzrechtliche Klagen von Naturschutzverbänden völlig zu Recht eingereicht werden. Das soll und muss in Deutschland weiter möglich sein. Aber Rotmilan, Fledermaus und Co. sind nicht der ausschlaggebende Grund für die Klagewelle der vergangenen Jahre, sonst würden sich hierzulande nicht schon über 30.000 Windräder drehen.

Wer mit betroffenen Anwohnern und engagierten Protestlern spricht, findet schnell heraus, worum es geht. Gegen die Energiewende haben die meisten von ihnen per se nichts. Aber sie fühlen sich übergangen. Viele erfahren von geplanten Windrädern in ihrer Nachbarschaft erst kurz vor Baubeginn.

Mittlerweile ist der öffentliche Druck beim Thema Windkraft auf die Kommunalpolitik massiv. Vereinzelt, wie in einem Fall am Starnberger See, kommt es sogar zu Morddrohungen gegen Bürgermeister. Kommunen und Gemeinden versuchen also, die Projekte möglichst nicht an die große Glocke zu hängen, um Proteste zu vermeiden – und bekommen am Ende genau das. Die Bürger fühlen sich für dumm verkauft und wehren sich. Ein Teufelskreis.

Es ist ein altbekanntes Credo, gilt aber immer noch: Die Energiewende gelingt nur gemeinsam mit den Bürgern. Hier sind Politiker genauso gefragt wie Unternehmen. Wer einfach ein Windrad vor die Nase gesetzt bekommt, ohne mitreden oder sich gar beteiligen zu können, der wird mit hoher Wahrscheinlichkeit in eine Abwehrhaltung treten – nicht ganz zu Unrecht. Solange sich das nicht ändert, wird das mit der Akzeptanz schwierig.

Mehr: Immer mehr Deutsche wehren sich gegen Windräder in ihrer Nachbarschaft – auch vor Gericht. Dabei soll Windenergie einen immer größeren Anteil am Strommix haben.

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  • Die Energiewende ist an sich ein Desaster - der Windstrom kommt nicht an wo er gebraucht wird, Biogas verseucht durch die Düngung und Pestizide für Genmais das Grund- und Trinkwasser und der Strom wird extrem teuer - ein Standort Nachteil für Deutschland - für Privatpersonen wie auch für Firmen.

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