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Kommentar Berateraffäre hin oder her: Der Staat braucht Unterstützung von externen Experten

Die öffentliche Hand ist vor allem dann auf Berater angewiesen, wenn sie sich modernisieren will. Das geht aber nur nach klaren, transparenten Regeln
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Teure Beraterverträge bringen die Branche in Misskredit. Quelle: dpa
Bundeswehr

Teure Beraterverträge bringen die Branche in Misskredit.

(Foto: dpa)

Wenn in den kommenden Monaten im Bundestag die sogenannte Berateraffäre des Bundesverteidigungsministeriums aufgearbeitet wird, steht für die Branche der Consultants einiges auf dem Spiel. Es geht um das Image einer erfolgsverwöhnten Branche, die seit einigen Jahren ungebremstes Wachstum erlebt. Es geht um das Gebaren der von starkem Selbstbewusstsein geprägten Anbieter.

Und es geht im Kern um ihre Existenzberechtigung: Brauchen Staat und Wirtschaft diese teuren Berater überhaupt?

Die Punkte müssen differenziert betrachtet werden. Das beliebte Beraterbashing nach dem Motto „Beraten und verkauft“ ist nicht angebracht. Es steht außer Frage, dass Unternehmen in speziellen Situationen Consultants brauchen.

Den technologischen Wandel können die meisten nicht mit Bordmitteln bestreiten, weil ihnen Ideen und Expertise fehlen. Das Gleiche gilt für große Umbauprojekte. Für schnelle Umsetzung fehlen den Firmen schlicht eigene Kapazitäten.

Beides gilt noch viel mehr für die öffentliche Hand. Ihr möchte man den technologischen Wandel angesichts behördlichen Beharrungsvermögens und schlechter Personalausstattung lieber nicht selbst überlassen.

Natürlich kann man anmerken, dass Firmen wie öffentliche Hand selbst schuld an der Situation sind, weil sie viel Fachexpertise abgebaut oder ausgelagert haben. Doch ist dies ökonomisch durchaus sinnvoll, weil man gewisse Fähigkeiten nicht dauerhaft, sondern nur punktuell braucht.

Keine Frage: Die öffentliche Hand ist vor allem dann auf Berater angewiesen, wenn sie sich modernisieren will. Das Verhältnis muss aber von besonderer Professionalität, Transparenz und Regelkonformität geprägt sein – schließlich geht es um öffentliche Gelder.

Der bevorstehende Untersuchungsausschuss bietet Auftraggebern wie Dienstleistern Anlass wie Chance: Die öffentliche Hand muss ihre Vergabeprozesse optimieren, hochgetaktete Consultants wiederum müssen Spielregeln einhalten, wenn sie um Aufträge kämpfen.

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