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Man kann Google, Facebook und Co. keinen Vorwurf machen, die Politik muss jedoch handeln.

(Foto: AP)

Kommentar Berlin muss wieder für einen fairen Wettbewerb im Internet sorgen

Die Vorschläge zur Reform des Wettbewerbsrechts gehen in die richtige Richtung. Nun darf die Bundesregierung aber nicht übers Ziel hinausschießen.
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Alles in der Tech-Szene ist auf schnelles Wachstum ausgelegt. Gründer arbeiten Tag und Nacht, immer auf der Suche nach neuen Investoren, die die nächste Finanzierungsrunde gewährleisten, um den nächsten Markt zu erobern, noch mehr Kunden zu erreichen. Die Welt ist das Ziel.

Alles auf Wachstum: Vorgemacht hat das vor vielen Jahren der Suchmaschinenkonzern Google, der inzwischen so viel mehr ist als nur eine Suchmaschine – und auf dem Weg dahin fast alle Wettbewerber zur Bedeutungslosigkeit verdammt hat. Und auch Facebook ist auf diese Weise groß geworden, nicht weil es das beste Angebot hatte, sondern weil das Unternehmen mit viel Geld schnell gewachsen ist und dabei alle Wettbewerber verdrängt hat. Zu diesem Zeitpunkt scheint das Unternehmen unkaputtbar – selbst der riesige Datenskandal konnte ihm wenig anhaben.

Die Internetwirtschaft tendiert zur Monopolbildung und zur Kleinhaltung von Wettbewerbern. Es ist gut, dass die Politik das erkannt hat. Viele der Vorschläge, die Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier nun auf dem Tisch hat, sind sinnvoll. Wenn Unternehmen ihren Nutzern Bedingungen aufdrücken, die sie von der Nutzung andere Dienste ausschließt, ist das ein Fall für die Kartellbehörde.

Wettbewerb ist ein Innovationsgarant, vor allem im Digitalzeitalter. Es war sogar das große Versprechen des Internets. Weil es so verhältnismäßig billig ist, im Netz ein Unternehmen zu gründen, ist das nächste Google nur eine Idee entfernt, so die Hoffnung. Doch die Realität sieht derzeit anders aus.

Man kann Google, Facebook und Co. keinen Vorwurf daraus machen, dass sie ihre Marktmacht immer weiter ausbauen und dabei interessante Wettbewerber schlucken, solange diese noch klein sind. Schließlich beruht das Ökosystem Start-up auch darauf, dass die großen, milliardenschweren Konzerne die Investoren durch Übernahmen immer wieder für andere, enttäuschende Investments entschädigen.

Doch an dieser Stelle müssen die Wettbewerbsbehörden zumindest genauer hinschauen. Denn am Ende helfen monopolistische Strukturen nur den Monopolisten selbst. Andere Unternehmer leiden darunter, weil sie keine Chance haben zu wachsen. Die Innovation leidet, weil einige wenige Konzerne bestimmen, woran und wie geforscht wird.

Jetzt ist Eile angesagt. Die Monopole sind so groß geworden, dass sie mit jedem Tag nur noch größer werden können. Die Bundesregierung muss dabei aber aufpassen, nicht übers Ziel hinauszuschießen. Jeder Eingriff in den Markt sollte einzig dem Ziel dienen, wieder faire Wettbewerbsbedingungen herzustellen.

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