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Kommentar Biontech schlägt Biden – Die Verhältnisse an den Märkten haben sich grundlegend geändert

Die Hoffnung auf einen Impfstoff lässt Investoren jubeln. Der Sprung der Anleiherenditen zeigt noch deutlicher als die Aktienkurse, dass die Anleger wieder Mut haben.
09.11.2020 - 17:29 Uhr Kommentieren
Die Hoffnung auf einen Impfstoff hat die Gewichte an den Märkten verschoben. Quelle: imago images/onemorepicture
Biontech in Mainz

Die Hoffnung auf einen Impfstoff hat die Gewichte an den Märkten verschoben.

(Foto: imago images/onemorepicture)

Mit der Nachricht, dass der Impfstoff von Biontech und Pfizer offenbar tatsächlich wirkt, haben sich die Verhältnisse am Kapitalmarkt grundlegend geändert. Das lässt sich besser an den Anleihen als an den Aktien ablesen.

Vor der guten Nachricht schienen die Anleiherenditen dauerhaft unter Druck zu stehen, und es war keine Veränderung in Sicht. In den USA herrscht der Eindruck vor, dass der künftige Präsident Joe Biden mit einem gespaltenen Kongress regieren muss. Die Aussicht auf ein großes Konjunkturpaket schwand dahin.

Hohe Schulden, die zu höheren Zinsen geführt hätten, waren nicht mehr auf der Tagesordnung. Die Erwartung an die US-Notenbank stieg, einzuspringen und mit noch mehr billigem Geld die Märkte zu überschwemmen. Die Aktien liefen gut – aber gerade auch wegen der Aussicht auf dauerhaft niedrige Zinsen.

Nach der guten Impfstoff-Nachricht jubelten nicht nur die Börsen. Sondern es gab auch einen deutlichen Renditesprung bei den Anleihen – in den USA und quer durch Europa von Deutschland bis Italien. Und die Aktien liefen noch besser – obwohl die Zinsen gerade sprunghaft angezogen haben.

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    Nach dem Prinzip Tina („there is no alternative“) treibt jetzt das Prinzip Hoffnung den Aktienmarkt. Biontech schlägt Biden, aus einer politischen wird wieder eine wirtschaftliche Börse. Aus einer Rally, die zu einem guten Teil vom Mangel an Alternativen getragen wurde, wird ein Kursanstieg, der von besseren Aussichten beflügelt wird. Die Anleger werden mutiger, verkaufen Anleihen, was die Renditen im Gegenzug hochtreibt, und kaufen Aktien. Weil das die Stoßrichtung ist, stören vorerst die höheren Zinsen den Aktienmarkt nicht.

    Natürlich kann es jederzeit Rückschläge geben. Aber die Chance ist groß, dass in den kommenden Wochen die US-Wahl überraschend schnell in den Hintergrund tritt. Ein Risiko bleibt allerdings: Experten rechnen zu einem Fünftel bis einem Viertel Wahrscheinlichkeit damit, dass der Senat in den USA nach Stichwahlen im Januar in Georgia doch noch unter Kontrolle der Demokraten kommt.

    Weil die mit Biden den künftigen Präsidenten stellen und im Abgeordnetenhaus die Mehrheit haben, könnten sie dann durchregieren. Wenn das passiert, dürfte zumindest bei einigen Investoren die Sorge aufkeimen, dass Biden einen zu linken Kurs – nach amerikanischen Maßstäben gerechnet – fährt.

    Mehr: Hoffnung auf Corona-Impfstoff teilt die Börsenwelt neu auf.

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