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Kommentar Blackout am „Fluchhafen“ Hamburg

Das Hamburger Airport-Chaos ist beunruhigend, tröstlich und höchst ärgerlich zugleich. Ein Kommentar.
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Sprachlose Verantwortliche. Quelle: dpa
Chaos Hamburger Flughafen

Sprachlose Verantwortliche.

(Foto: dpa)

DüsseldorfZu Kurzschlüssen neigen allenfalls Modelleisenbahnen, Heimwerker und cholerische Führungskräfte. Also eher schlicht gestrickte Sub- und Objekte. Dass so ein „Kurzer“ (Volksmund) am Hochlohnstandort Deutschland einen kompletten Hightech-Flughafen lahmlegen kann, galt dagegen als ausgeschlossen. Bis Sonntag.
Dann bewies der Hamburger Airport, immerhin der fünftgrößte der Republik, dass so eine Petitesse sogar genügt, um einen vollen Tag lang alles zum Erliegen zu bringen: an- und abgehende Flüge, die Telefone, Lautsprecher und Gepäckbänder, Anzeigetafeln, Klimaanlagen, Shops, ja selbst auf Toiletten wurde es dunkel. Das Chaos fiel entsprechend aus, was beunruhigend und ärgerlich, aber auch tröstlich ist.
Tröstlich, weil es einem zeigt, wie anfällig die Technik ist, der wir doch so enthusiastisch unsere Leben und vor allem unsere Zukunft anvertrauen. Alle reden von Künstlicher Intelligenz und Digitalisierung – und ein Kurzschluss reicht, um uns wieder auf uns selbst zurückzuwerfen. Lässt uns vielleicht mal kurz nachdenken.

Beunruhigend ist der Hamburger Blackout, weil da ja weit mehr hätte passieren können angesichts von jährlich 17 Millionen Passagieren an diesem Airport, wenn von einer Sekunde auf die andere eben gar nichts mehr geht.

Weil es offenbar für solche Fälle keinerlei Notstrom-Aggregate gibt. Und weil die Verantwortlichen auch tags darauf noch nicht sagen konnten, woran es überhaupt gelegen hat.
Im Gegensatz dazu wussten sie aber schon genau, dass die Passagiere keinen Schadenersatz zu erwarten haben. Das wissen sie immer zuerst. Wir Kunden gelten den Airlines eh nur noch als amorphe Masse, die es in jedem Sinne des Wortes abzufertigen gilt.

Und so war denn auch der Hamburger Stromausfall ebenso ärgerlich wie seine Bewältigung dann typisch: Für die gestrandeten Kunden gab es kaum Hilfen oder Informationen. Wenn jetzt über Konsequenzen beraten wird, sollten die Chefs auch mal darüber nachdenken, was an ihren Flughäfen nicht nur technisch zu verbessern wäre.

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