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Kommentar Blackout in Südamerika zeigt: Eine sichere Stromversorgung ist keine Selbstverständlichkeit

Der Blackout in Südamerika muss eine Mahnung sein: Versorgungssicherheit ist keine Selbstverständlichkeit und darf nicht aufs Spiel gesetzt werden.
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50 Millionen Menschen waren am Wochenende zeitweise ohne Strom. Quelle: dpa
Blackout in Buenos Aires

50 Millionen Menschen waren am Wochenende zeitweise ohne Strom.

(Foto: dpa)

Knapp 50 Millionen Bürger in Südamerika haben am Wochenende gespürt, wie abhängig ihr Leben inzwischen von Elektrizität ist. In weiten Teilen Argentiniens und Uruguays, aber auch in einigen Nachbarländern legte ein Blackout die Stromversorgung für viele Stunden lahm. Kühlschränke, Elektroheizungen oder Computer waren plötzlich nicht mehr zu gebrauchen.

Südamerika ist zwar Tausende Kilometer entfernt, und die Stromversorgung dort mag nicht mit der in Europa zu vergleichen sein. Der Vorfall muss aber auch uns Deutschen eine Mahnung sein: Die Sicherheit der Stromversorgung ist keine Selbstverständlichkeit. Vor allem aber ist sie ein hohes Gut, das bestmöglich geschützt werden muss.

Aktuell steht die Debatte über den Klimaschutz im Vordergrund. Die „Fridays for Future“-Bewegung hat der Diskussion noch einmal eine neue Dynamik gegeben. Das ist richtig und wichtig. Beim globalen Klimaschutz drängt die Zeit. Es ist auch richtig, dass Deutschland sich entschieden hat, die Energiewende zu forcieren – und nach der Kernenergie nun auch aus der Kohleförderung und -verstromung auszusteigen.

Dabei darf aber die Sicherheit der Stromversorgung nicht aufs Spiel gesetzt werden. Deutschland hat nach wie vor eines der verlässlichsten Stromnetze der Welt. Im Schnitt müssen die Deutschen pro Jahr rund 15 Minuten auf Strom verzichten. Das ist im internationalen Vergleich ein Spitzenwert. Selbst der Atomausstieg wurde bisher gut bewältigt.

Wir dürfen uns aber nicht blenden lassen. Schon jetzt leisten die Stromnetzbetreiber Schwerstarbeit, um Stromausfälle zu vermeiden. Mit dem Boom der erneuerbaren Energien, die unregelmäßig Strom produzieren, wird es immer schwieriger, Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht zu halten. Die Netzbetreiber müssen fast täglich eingreifen. Sie nehmen Windräder vom Netz, wenn das Angebot zu hoch ist, oder lassen Gaskraftwerke hochfahren, wenn es zu wenig Strom gibt.

Panikmache ist dabei fehl am Platz. Deutschland wird den Kohleausstieg bewältigen. Er darf aber nicht zulasten der Versorgungssicherheit gehen – und die aufrechtzuerhalten ist nicht trivial. Angebot und Nachfrage müssen stets im Gleichgewicht sein. Der Ausbau der Netze muss mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien Schritt halten – und dem Abschalten von Kernkraftwerken und Kohleanlagen.

Deutschland, seine Bürger und seine Wirtschaft sind von einer sicheren Stromversorgung stark abhängig. Einen flächendeckenden Stromausfall gilt es auch in Zukunft zu vermeiden. In Südamerika haben Millionen Menschen erlebt, wie hilflos man ohne Strom ist.

Mehr: Im Hinblick auf den geplanten Kohleausstieg steht das Stromnetz in Deutschland vor einer Belastungsprobe. Warum es trotzdem besser als sein Ruf ist, lesen Sie hier.

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