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Kommentar Bodo Uebber verpasst bei Thyssen-Krupp eine große Chance

Der Daimler-Manager zieht wegen seiner Gehaltsforderung nicht in den Aufsichtsrat ein. Dabei hätte er sich bei dem Industriekonzern beweisen können.
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Thyssen-Krupp: Bodo Uebber verpasst eine große Chance Quelle: Daimler AG
Bodo Uebber

Das Vorstandsmitglied bei Daimler sollte eigentlich zu Thyssen-Krupp wechseln. Die Verhandlungen sind allerdings wegen der Vergütung gescheitert.

(Foto: Daimler AG)

Aus Sicht von Bodo Uebber sind 212.000 Euro Vergütung, die der frühere Aufsichtsratschef von Thyssen-Krupp, Ulrich Lehner, erhielt, nicht viel. Dax-Oberkontrolleure wurden für ihr Mandat mit fast dem Doppelten entlohnt. Uebbers Chefkontrolleur beim Noch-Arbeitgeber Daimler nahm sogar 536.000 Euro mit.

Doch bei Thyssen-Krupp wird bescheiden bezahlt. Der Vorsitzende erhält ohnehin schon das vierfache Fixum der Kontrolleure.

Nun ist Uebbers Berufung in den Thyssen-Krupp-Aufsichtsrat unter anderem an der Vergütungsfrage gescheitert. Der Daimler-Mann wollte mehr, als ihm vor allem die Arbeitnehmervertreter zu zahlen bereit waren. Vergütungen im Aufsichtsrat werden aber nicht wie Vorstandsverträge ausgehandelt.

Thyssen-Krupp hätte deutlich mehr zahlen müssen, und zwar allen 20 Kontrolleuren. Oder eine Lex Uebber in die Geschäftsordnung aufnehmen müssen.

Das würde nun wirklich nicht in die Landschaft passen. Ein Konzern, der sich in die soliden Zahlen zurückkämpft, von Finanzinvestoren bedrängt und von Personalquerelen geschüttelt wird, der sollte nicht den Eindruck erwecken, mit Geld um sich zu werfen. Insofern ist der Widerstand verständlich.

Andererseits: Wo sonst, wenn nicht bei Thyssen-Krupp, müssen gerade jetzt die Aufsichtsräte Herausragendes leisten, damit der Traditionskonzern nicht krachend vor die Wand fährt? Gute Arbeit sollte auch angemessen vergütet werden.

Das Problem ist nur, die Performance des Aufsichtsgremiums lässt bislang schwer zu wünschen übrig. Spätestens seit dem Abgang des Aufsichtsratschefs Lehner geht es – vorsichtig gesagt – turbulent zu.

Allein die Nachbesetzung vakanter Posten zeugt davon. In dieser Situation einen kompetenten Aufsichtsrat zu finden, ist kein Leichtes. Gute Leute sind auch woanders gefragt. Thyssen-Krupp wäre allerdings nicht der erste angeschlagene Konzern, bei dem ein Aufsichtsrat erst mal in Vorleistung gegangen wäre. Die Chance hat Uebber verpasst.

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