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Kommentar Boni sind keine willkürlichen Zusatzeinnahmen von Managern, die sich nur bereichern wollen

Trotz milliardenschwerer Unterstützung hat die Lufthansa geprüft, dem Vorstand Boni zu zahlen. Doch für das Dilemma gibt es keine einfache Lösung.
02.10.2020 - 19:36 Uhr Kommentieren
Erfolgsgebundene Vergütungsteile sind längst zum Standard bis weit hinunter in der Führungsebene geworden. Quelle: Bloomberg
Lufthansa-Flugzeuge

Erfolgsgebundene Vergütungsteile sind längst zum Standard bis weit hinunter in der Führungsebene geworden.

(Foto: Bloomberg)

Auf den ersten Blick sieht es nach Raffgier des Managements aus. Obwohl die Lufthansa mit Steuergeldern von neun Milliarden Euro am Leben erhalten wird, wurde wohl ernsthaft überlegt, dem Vorstand Boni auszuzahlen.

Der Vorschlag von Aufsichtsratschef Karl-Ludwig Kley scheiterte. Aber die Probleme, die der oberste Chefkontrolleur lösen wollte, bleiben. Die Führungskräfte sind frustriert über „Gehaltseinbußen“, die bis 50 Prozent betragen, und werden für Gegenangebote empfänglich.

Der Fall wirft die Frage auf, ob ein Verbot von Bonus-Zahlungen bei Staatshilfen wirklich das richtige Instrument ist. Moralisch ist die Angelegenheit glasklar: In einer schweren Krise müssen alle verzichten. Dass die Spitzenverdiener prozentual mehr bluten, ist dabei vertretbar, schließlich verdienen sie auch mehr.

Auch das Argument, dass jeder Mensch seine Ausgaben nun mal an seine Einnahmen anpasst und deshalb auch Topverdiener nicht unbegrenzt verzichten können, greift nicht wirklich. Dann muss das Ferienhaus in der Toskana eben mal verkauft werden, wenn es nicht anderes geht.

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    Allerdings gibt es noch ein paar andere Fakten. Zum einen: Bonuszahlungen sind nicht – wie mancher es gerne darstellt – willkürliche Zusatzeinnahmen von Managern, die sich nur bereichern wollen. Die zum Teil explodierenden Vergütungen mancher CEOs sind sicherlich ein Exzess, der korrigiert werden muss. Aber das darf nicht zu einer Pauschalierung führen.

    Sorge vor Verlust von Führungskräften

    Boni sind Teil der Bezahlung von Managern, bewusst konstruiert als Leistungskomponente. Und erfolgsgebundene Vergütungsteile sind längst zum Standard bis weit hinunter in der Führungsebene geworden. Beides zusammen – also Grundgehalt und variable Vergütung – bilden eine Bezahlung, die sich am Markt orientiert. Auch wenn viele das Argument für vorgeschoben halten – die Sorge vor einem massiven Verlust von Führungskräften just in einer schweren Krise ist nicht zu leugnen.

    Für das Dilemma gibt es keine wirkliche Lösung. Natürlich könnte man sagen, dass die variable Vergütung einfach bestehen bleibt. Weil die Unternehmen in der Krise eh kein Geld verdienen, bekommen auch die Manager keines. Doch selbst das hätte einen bitteren Beigeschmack. Denn um aus der Krise zu kommen, müssen in der Regel Jobs geopfert werden. Der Bonus wird so zu einer Belohnung für den Rausschmiss vieler Mitarbeiter.

    Fest steht nur: Die Corona-Pandemie hat eine Wirtschaftskrise bisher unbekannten Ausmaßes ausgelöst. Wenn jetzt nach den Erfahrungen mit der massenhaft fließenden Staatshilfe die Unternehmen nach dem Ende der Pandemie dazu übergehen, die variable Vergütung zu reduzieren und dafür das Fixgehalt zu erhöhen, wäre das sicher die schlechteste aller Lösungen.

    Mehr: Lufthansa diskutierte Vorstandboni - trotz Staatshilfe

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