Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Premierminister

Boris Johnson hat die Briten aus der EU geführt.

(Foto: AP)

Kommentar Boris Johnson auf Kamikaze-Kurs: Der Brexit könnte sehr hart werden

Der britische Premier macht Druck für die Verhandlungen mit der EU. Deutsche Unternehmen sollten sich schleunigst für einen relativ harten Brexit wappnen.
03.02.2020 - 17:56 Uhr Kommentieren

Johnson will ein von EU-Regeln unabhängiges Freihandelsabkommen

Die roten Linien sind gezogen. Der britische Premierminister Boris Johnson und EU-Chefunterhändler Michel Barnier haben am Montag ihre Verhandlungspositionen für die Freihandelsgespräche vorgestellt. Die Europäer wollen Großbritannien nur dann Zugang zum Binnenmarkt gewähren, wenn das Land sich zu den EU-Wettbewerbsregeln bekennt.

Johnson will genau diese Garantien nicht geben. Er wolle ein Abkommen wie Kanada, ohne zusätzliche Auflagen, erklärte er. Er erwarte ja auch nicht, dass die EU den britischen Vorschriften folge.

In den kommenden Monaten werden beide Seiten von ihren Maximalpositionen abrücken, das liegt in der Verhandlungslogik. Die EU ist wie schon in der ersten Brexit-Runde klar im Vorteil. Aufgrund ihrer Größe kann sie eher Bedingungen durchsetzen.

Auch der von britischer Seite erzeugte Zeitdruck sollte helfen: Wenn Johnson einen schnellen Deal bis Ende des Jahres haben will, wird er Zugeständnisse machen müssen. So weit zumindest die Theorie.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Doch sollten die Europäer die britische Entschlossenheit nicht unterschätzen. Johnson sieht den Sinn des Brexits darin, von den EU-Regeln abweichen zu können und dem Arm des Europäischen Gerichtshofs zu entkommen. Der Bewunderer Winston Churchills wertet die politische Symbolik höher als das wirtschaftliche Interesse des Landes. Wie ein Kamikaze-Pilot nimmt er dabei keine Rücksicht auf Verluste.

    Schon jetzt ist deshalb klar: Der Bruch mit der EU wird relativ hart ausfallen. London hat sich gegen den Verbleib in Binnenmarkt und Zollunion entschieden. Und es sieht nicht so aus, als werde Johnson den Verbleib durch die Hintertür dulden, indem er das Land nun auf Dauer an die EU-Regeln bindet.

    Unternehmen sollten sich daher nicht in falscher Sicherheit wiegen. Es wird am Ende nicht alles gut, wie der eine oder andere sich bislang noch einredet. Der Handel mit Großbritannien wird teurer, es wird zwei Regelsysteme und zusätzliche Bürokratie geben. Wer es nicht schon getan hat, sollte sein Geschäftsmodell schleunigst an die neue Realität anpassen.

    Das bedeutet im Zweifel, Produktion zu verlagern, Zulieferer zu wechseln, andere Absatzmärkte zu finden. Die Übergangsperiode wurde vereinbart, damit Firmen sich auf die Zeit nach dem Brexit vorbereiten. Auch wenn eine Verlängerung über Dezember 2020 möglich ist, wäre es grob fahrlässig, erst einmal den Ausgang der Gespräche abzuwarten.

    Wer Ende des Jahres nicht für den Ernstfall gewappnet ist, ist selbst schuld. Großbritannien ist in der Rangliste deutscher Handelspartner bereits zurückgefallen. Das zeigt, dass Unternehmen mit der Neuorientierung begonnen haben.

    Mehr: Johnson pokert, Barnier lockt – EU und Großbritannien gehen auf Konfrontationskurs.

    Startseite
    Mehr zu: Kommentar - Boris Johnson auf Kamikaze-Kurs: Der Brexit könnte sehr hart werden
    0 Kommentare zu "Kommentar: Boris Johnson auf Kamikaze-Kurs: Der Brexit könnte sehr hart werden"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%