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Kommentar Boris Johnson blufft nicht

Angela Merkel und Emmanuel Macron sollten die Entschlossenheit des britischen Premiers nicht unterschätzen. Johnson bereitet sich offenbar bereits auf Neuwahlen vor.
1 Kommentar
Brexit aktuell: Boris Johnson blufft nicht – ein Kommentar Quelle: dpa
Boris Johnson

Der britische Premierminister sieht sein Land für einen Brexit gerüstet.

(Foto: dpa)

Boris Johnson kommt diese Woche endlich zum Antrittsbesuch nach Berlin und Paris. Nachdem er zunächst Distanz halten wollte, lässt sich das Unvermeidliche vor dem G7-Gipfel nun nicht mehr aufschieben.

Der britische Premierminister will Angela Merkel und Emmanuel Macron warnen, dass er den ungeordneten Brexit am 31. Oktober durchziehen wird – und dass das Parlament ihn nicht stoppen kann. Die aggressive Rhetorik soll die Europäer zu Nachverhandlungen des EU-Ausstiegsvertrags bewegen.

Zum Unmut des Premiers hat die „Sunday Times“ gerade eine interne Regierungsanalyse zu den Folgen eines ungeordneten Brexits veröffentlicht. Diese untergräbt Johnsons Behauptung, das Land sei bereit für den Ernstfall. Die eigenen Beamten prognostizieren drei Monate Chaos in den Häfen sowie Engpässe bei Benzin und Lebensmitteln.

Das Timing kommt Johnson höchst ungelegen, erinnert der Bericht doch seine Gastgeber auf dem Kontinent daran, wie schlecht seine Karten sind.

Doch sollten die Europäer nicht davon ausgehen, dass Johnson blufft. Die Prognosen von Ökonomen sind den Brexit-Jüngern längst egal. Man müsse nur an den Brexit glauben und alles werde sich regeln, ist Johnsons Mantra. In ihm haben die Hardliner einen Anführer gefunden, der leichtsinnig genug wäre, das Land ins Chaos zu stürzen.

Während seine Vorgängerin Theresa May zu vorsichtig für radikale Experimente war, ist Johnson ein Bewunderer von Donald Trumps Politik mit der Brechstange. Die Europäer sollten ihn daher nicht unterschätzen.

Die Frage bleibt, was Johnson erreichen will: Wäre er vernünftig, würde er in Berlin und Paris ernsthaft nach einem Kompromiss suchen, statt kategorisch die Streichung des Backstops aus dem Ausstiegsvertrag zu fordern. Doch offenbar bereitet er sich bereits auf Neuwahlen vor. Und im Wahlkampf muss er gegen die Brexit-Partei bestehen – da hilft nur Abgrenzung gegenüber den Europäern.

Mehr: Premier Johnson will den Brexit durchziehen – auch ohne Deal. Seine Gegner machen mobil. Haben sie Aussicht auf Erfolg? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

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1 Kommentar zu "Kommentar: Boris Johnson blufft nicht"

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  • Na und ?

    Wenn er gegen die Mauer fahren will, soll er es doch tun. Die Europàer können den Ramsch, der von dem Vereinigten Königreich übrig bleiben mag, dann billig aufkaufen.

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