Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Boris Johnson hat die britische Zermürbungstaktik perfektioniert

Der britische Premier wird der EU in den Brexit-Verhandlungen zwangsläufig Zugeständnisse machen. Doch Johnson denkt aktuell, er hat noch Zeit.
04.06.2020 - 08:28 Uhr Kommentieren
Die Beliebtheitswerte des britischen Premierministers sind zuletzt gesunken. Quelle: AFP
Boris Johnson

Die Beliebtheitswerte des britischen Premierministers sind zuletzt gesunken.

(Foto: AFP)

Boris Johnson verfolgt eine Strategie, die ihn weit gebracht hat: Wenn er etwas nur laut, oft und selbstbewusst genug sagt, was er will, wird er schon alle überzeugen. So hat er es geschafft, dass ihn die Briten als Macher bejubeln. So errang er auch bei den Wahlen im vergangenen Dezember einen deutlichen Sieg.

Und so geht der britische Premier jetzt auch in der aktuellen Phase der Brexit-Verhandlungen mit der EU vor: mit maximalen Forderungen und maximalem Ego. Kompromisse? Warum auch?

Johnson hat die britische Zermürbungstaktik, die schon einige seiner Vorgänger verwendeten, perfektioniert. Dass Großbritannien beim Vollzug des Brexits sehr viel mehr zu verlieren hat als die Mitgliedschaft in der EU, ignorierte er von Anfang an – und viele Briten haben ihn gerade deswegen gewählt. Doch schon in der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass auch „die große Boris-Show“ die Realität nicht immer außer Kraft setzen kann.

Etwa, als er vergangenes Jahr eine Verschiebung des Austrittsdatums auf den 31. Januar bei der EU erfragte. Oder als seine Unbekümmertheit über das Coronavirus ihn auf die Intensivstation brachte.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    So steht auch in den Verhandlungen mit der EU ein Strategieschwenk bevor. Großbritannien braucht ein Abkommen mit der EU. Schließlich exportieren die britischen Unternehmen fast die Hälfte ihrer Waren in die Europäische Union. Nur knapp zehn Prozent der Exporte von EU-Unternehmen gehen dagegen in das Königreich.

    Die Coronakrise verleiht dem Ganzen noch mehr Dringlichkeit. In Zeiten, in denen der Wirtschaft eine tiefe Rezession bevorsteht, kann das Land nicht noch einen Brexit-Schock verkraften.

    Doch zur britischen Verhandlungsstrategie gehört auch, nicht zu früh zu blinzeln. Johnson denkt, er hat noch Zeit. Bis er eingesteht, dass er schlechte Karten hat, wird er weiter bluffen. Und wenn er dann einknickt, wird seine anfängliche Unnachgiebigkeit wie immer dazu führen, dass seine Wähler ihm die Zugeständnisse verzeihen.

    Mehr: Ende des Lockdowns – London will wieder zur Normalität zurückkehren.

    Startseite
    Mehr zu: Kommentar - Boris Johnson hat die britische Zermürbungstaktik perfektioniert
    0 Kommentare zu "Kommentar: Boris Johnson hat die britische Zermürbungstaktik perfektioniert"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%