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Kommentar Boris Johnson hat die sinkenden Zinsen in Großbritannien mit zu verantworten

Britische Staatsanleihen werfen kaum mehr ab als japanische Zinspapiere. Für Anleger in Europa werden britische Anleihen daher immer unattraktiver.
01.07.2020 - 07:41 Uhr Kommentieren
Auch die britische Zentralbank musste in der Coronakrise die Zinsen drastisch senken. Quelle: AP
Die Bank of England in London

Auch die britische Zentralbank musste in der Coronakrise die Zinsen drastisch senken.

(Foto: AP)

Frankfurt Dass es so schnell gehen würde mit der Japanisierung ihrer Wirtschaft, hätten die Briten wohl nicht gedacht. Noch im März gab es für zehnjährige Gilts, wie die britischen Staatsanleihen genannt werden, 0,8 Prozent Zinsen.

Der Renditeaufschlag gegenüber japanischen Staatsanleihen lag bei komfortablen 0,7 Prozentpunkten. Das klingt zwar wenig, ist jedoch viel für professionelle Anleger, die große Beträge sicher anlegen wollen.
Inzwischen werfen zehnjährige Gilts nur noch rund 0,15 Prozent ab. Zwischenzeitlich markierte die Rendite für zehnjährige britische Staatsanleihen am Dienstag ein neues Allzeittief. Und der Aufschlag gegenüber japanischen Bonds schmolz auf rund 0,12 Prozentpunkte zusammen. Das ist ebenfalls der niedrigste Wert in den bis in die 90er-Jahre zurückreichenden Daten des Finanzdienstes Bloomberg.

Damit ist auch die letzte Zinsbastion auf dem europäischen Kontinent gefallen. Lange Zeit konnte die Bank of England die Leitzinsen deutlich oberhalb des Niveaus in der Euro-Zone halten. Doch in der Coronakrise war daran nicht mehr zu denken. In zwei Zinsentscheidungen Mitte und Ende März kappte die Notenbank die Leitzinsen von 0,75 Prozent auf 0,1 Prozent.

Die Briten können sich auch bei ihrem Premier Boris Johnson dafür bedanken, dass ihnen der Zins abhandengekommen ist. Sein chaotisches Management der Coronakrise verstärkt den Abschwung, der jüngsten Daten zufolge der schlimmste seit 1979 werden könnte. Das zwingt die Bank of England zu immer größeren Anleihekäufen, die die Renditen weiter drücken. Zudem rückt eine Zinswende angesichts der schwierigen Wirtschaftslage in immer weitere Ferne.

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    Für Anleger in Europa werden britische Anleihen daher immer unattraktiver. Lange gab es dort noch einen Renditeaufschlag, für den es sich lohnte, ein gewisses Risiko beim Wechselkurs zwischen Pfund und Euro einzugehen. Doch auch das Pfund hat gegenüber dem Euro zuletzt deutlich an Wert verloren. Zudem könnte ein Scheitern von Freihandelsabkommen mit den USA und Europa die britische Währung weiter drücken. Das schmälert die Aussicht auf Erträge aus Gilts noch mehr.

    Mehr: Britische Wirtschaft schrumpft im ersten Quartal mit größtem Rückgang seit 1979.

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