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Kommentar Boris Johnson könnte mit seiner China-Politik zum Vorbild werden

China verschiebt den Sendeplatz für die Premier League – womöglich als Reaktion auf die Kritik aus London. Vieles spricht dafür, dass Premier Johnson an seinem China-Kurs festhält.
23.07.2020 - 13:38 Uhr 1 Kommentar
Bei seinem China-Kurs erhält der britische Premier Rückhalt von der Bevölkerung. Quelle: AP
Boris Johnson

Bei seinem China-Kurs erhält der britische Premier Rückhalt von der Bevölkerung.

(Foto: AP)

In dieser Woche haben die Beziehungen zwischen London und Peking einen neuen Tiefpunkt erreicht. Das sehen nun auch viele chinesische Fußballfans – weil sie nichts mehr sehen: Der chinesische TV-Sender CCTV hat die Übertragung von Fußballspielen der Premier League auf einen wenig populären Kanal verbannt.

Es ist ein Schritt mit Symbolkraft. Schließlich hat sich das Land unter Präsident Xi Jinping in den vergangenen Jahren für Fußball engagiert, und das mit Erfolg. Fußball ist in China eine der populärsten Sportarten geworden.

Dass China nun die Übertragung der Spiele einschränkt, kann nur als demonstrative Warnung in Richtung Europa gewertet werden, dass man seinen Drohungen auch Taten folgen lassen wird. Denn die britische Regierung hatte mit mehreren Maßnahmen China verärgert und Peking muss befürchten, dass andere Länder dem Beispiel Großbritanniens folgen.

Als ehemalige Kolonialmacht über Hongkong hatte die britische Regierung schon immer ein besonderes Verhältnis zu China – was bislang aber eher zu einer freundschaftlichen Beziehung führte. Aber nach Einführung des „Sicherheitsgesetzes“ in Hongkong Ende Juni ist die britische Regierung auf Konfrontationskurs gegangen.

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    Direkt nach dem Inkrafttreten hatte Premierminister Boris Johnson den Einwohnern der ehemaligen Kronkolonie eine erleichterte Einbürgerung in Großbritannien versprochen.

    Briten tragen den harten Kurs mit

    Darüber hinaus hatte er im Streit um die Rolle des Telekomausrüsters Huawei eine überraschende Kehrtwende vollzogen: Zukünftig dürfen die Produkte des chinesischen Unternehmens nicht mehr zum Aufbau des britischen 5G-Netzes verwendet werden. Und schließlich kündigte die Regierung an, das Auslieferungsabkommen mit Hongkong auszusetzen.

    Dass China all das nicht ohne weiteres hinnimmt, war klar. Einschränkungen der Fußballspiel-Übertragungen werden nicht die letzte Maßnahme sein, mit der die Führung in Peking gegen die Kritik aus dem Westen protestiert.

    Doch London sollte sich nicht vom Kurs abbringen lassen. Und es spricht viel dafür, dass das auch nicht passieren wird. Zumal der harte Kurs von der Mehrheit der britischen Bevölkerung mitgetragen wird und viele Briten chinesischen Unternehmen wie Huawei misstrauen. Zumindest ein Teil der britischen Bevölkerung hat mit dem Brexit-Votum bewiesen, dass man bereit ist, für ein politisches Projekt wirtschaftliche Nachteile hinzunehmen.

    Das gibt Premier Johnson die Chance, mit seiner China-Politik Vorbild für andere Regierungen zu sein. Das ist eine Rolle, die der selbstbewusste Politiker nur allzu gern spielt – aber dieses Mal sogar zu Recht.

    Mehr: Südchinesisches Meer, Indien, Hongkong: China und die Welt sind auf Kollisionskurs

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    1 Kommentar zu "Kommentar: Boris Johnson könnte mit seiner China-Politik zum Vorbild werden"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Eigentlich sollten sich die Briten, als ehemalige Kolonialmacht zurückhalten.

      Demokratisch war das Kolonialsytem in Honkong, daß nach den Opiumkriegen errichtet wurde wohl doch eher nicht.

      Nannte sich Kronkolonie und wie der Name schon sagt, ziemlich demokratiefrei.

      Und der heuchelnde Westen soll doch klar Formulieren worum es tatsächlich geht,einen technologischen Wettbewerber kleinhalten und möglichst einen komplett freien Marktzugang nach China.

      Wenn das geklärt ist, redet keiner mehr über Menschenrechte der Uiguren und über Hongkong.

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