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Kommentar Bosch, Conti und ZF haben beim Batteriegeschäft aus Fehlern gelernt

Auch ohne Batterien kann die Autoindustrie mit der Elektromobilität Geld verdienen. Die Hoffnung ruht nun auf Komponenten für die E-Mobilität. Das Geschäft kann sich lohnen.
07.04.2021 - 11:06 Uhr 1 Kommentar
Viele E-Komponenten haben eine höhere Margenqualität als Verbrenner-Bauteile. Quelle: dpa
Industrie der Autozulieferer

Viele E-Komponenten haben eine höhere Margenqualität als Verbrenner-Bauteile.

(Foto: dpa)

Alle deutschen Autozulieferer haben sich Mitte des vergangenen Jahrzehnts gegen die Batteriezellfertigung entschieden – ein gigantischer strategischer Fehler, wie sich jetzt zeigt.

Nichts in einem Elektroauto ist so teuer wie die Batterie. Und Bosch, Continental, ZF und Co. haben an dieser Stelle nichts zu bieten. Auch die deutschen Autobauer stehen mit leeren Händen da – mit Ausnahme von Volkswagen.

Der zweitgrößte Autobauer der Welt kämpft mit Milliardeninvestitionen bei der Batteriezellfertigung um den Anschluss an Tesla und die großen Fertiger aus Asien. Zu so einem gewaltigen finanziellen Kraftakt sind die größten deutschen Autozulieferer nicht in der Lage. Sie setzen daher voll und ganz auf die verbliebenen Komponenten der Elektromobilität – ein Geschäft, das sich lohnen kann.

Experten sind sich einig darin, dass Europa neben China der Kernmarkt für die Elektromobilität sein wird. Vitesco, die Antriebseinheit von Continental, rechnet in diesem Bereich mit einem jährlichen Wachstum von 30 Prozent. Laut der Strategieberatung Boston Consulting Group werden die Autobauer wiederum bis 2030 weltweit über 300 Milliarden Dollar in die Elektromobilität investieren.

Das Geld wird nicht allein in Lithium-Ionen-Batterie fließen, sondern auch in Komponenten, die die Elektromobilität ermöglichen, wie etwa Inverter, Kühlungssysteme oder das Packaging. Darauf ruhen die Hoffnungen der deutschen Autozulieferer.

Der Motorenbau verliert für die Autobauer an Bedeutung

Kritiker der Elektromobilität führen dann zwar gern an, dass ein Elektromotor aus deutlich weniger Komponenten bestehe als ein Verbrennungsmotor und die gesamte Wertschöpfung geringer ausfalle. Diese Betrachtung aber ist zu undifferenziert.

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Denn viele E-Komponenten haben eine höhere Margenqualität als Verbrenner-Bauteile. Außerdem steigt mit der Elektromobilität für viele Zulieferer der Wertschöpfungsanteil bei der Herstellung des Antriebsstrangs. Denn Elektromotoren fehlt im Gegensatz zum variantenreichen Verbrennungsmotor das Unterscheidungsmerkmal, mit dem sich Autobauer hervorheben könnten. Im Elektrozeitalter ist es somit egal, welches Aggregat unter der „Motorhaube“ werkelt.

Bedeutet: Der Motorenbau verliert für die Autohersteller an Bedeutung. Statt um Alleinstellungsmerkmale geht es bei batterieelektrischen Antrieben um Skaleneffekte mit entsprechendem Qualitätsanspruch. Und genau das ist die Stärke von Zulieferern. Ihren Fehler aus der Vergangenheit können Bosch, Conti und ZF zwar nicht wiedergutmachen. Aber immerhin wiederholen sie ihn nicht.

Mehr: E-Mobilität vernichtet keine Auto-Jobs, doch viele Chancen bleiben ungenutzt

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1 Kommentar zu "Kommentar: Bosch, Conti und ZF haben beim Batteriegeschäft aus Fehlern gelernt"

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  • Deutsche Zulieferer haben mit dem Verzicht auf Batteriezellenfertigung KEINEN strategischen Fehler gemacht. Warum?
    Es ist leicht absehbar, dass die Batterien trotz heutiger überproportionalen Bedeutung im Kostenranking, mittel bis langfristig eine Commodity wie viele andere werden. Da wird der Kampf um Marktanteile vor allem über den Preis ausgefochten. Gute Qualität wird schlicht vorausgesetzt!
    Für VW mit seinem Produktportfolio bis in den Low Budget Bereich hinein, spielen Kosten eine ganz andere Rolle als für Mercedes oder BMW, die andere Differenzierungsmerkmale für ihre Elektroschlichten suchen und finden werden.
    Für Bosch, Continental oder ZF lautet die Frage bezüglich Batteriezellenfertigung vielmehr, wollen wir enorm viel Kapital dafür binden in Sachen Prozesskosten und Produktivität mit hochspezialisierten asiatischen Unternehmen zu konkurrieren?
    Zumal zeitgleich das 'obligatorische' Investieren in das automatisierte Fahren weiterhin das Risiko eines Fasses ohne Boden in sich trägt?
    Trotz aller Ungewissheiten deckt ein gute Automotive Strategie nicht 5 bis 10 Jahre sondern 15 bis 25 Jahre

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