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Kommentar Bosch hat im Dieselskandal vieles richtig gemacht

Für die Beteiligung am Dieselbetrug zahlt der Zulieferer deutlich weniger als die Autobauer. Im Umgang mit der Justiz machte Bosch eine bessere Figur.
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Das Unternehmen hat Steuergeräte entwickelt, die zu Manipulationszwecken eingesetzt werden konnten. Quelle: AP
Bosch

Das Unternehmen hat Steuergeräte entwickelt, die zu Manipulationszwecken eingesetzt werden konnten.

(Foto: AP)

Nun muss also auch Bosch zahlen: Wegen der Beteiligung am Dieselbetrug hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart ein Bußgeld von 90 Millionen Euro gegen den Zulieferer verhängt. In der Bosch-Zentrale dürfte die Erleichterung dennoch groß sein.

Dass der Bußgeldbescheid viel höher hätte ausfallen können, zeigt der Blick nach Wolfsburg, Ingolstadt oder München. Mit VW, Audi und Porsche müssen die drei Autobauer des Volkswagen-Konzerns insgesamt mehr als 2,3 Milliarden Euro an Bußgeldern berappen.

Natürlich ist die Situation der Autobauer nicht mit der des Zulieferers Bosch vergleichbar. Allein die zu Unrecht eingestrichenen Profite sind ungleich höher – und müssen laut Gesetz wieder abgeschöpft werden. Steuergeräte, die zu Manipulationszwecken eingesetzt werden konnten, werfen überschaubare Gewinne ab, selbst wenn sie wie im Fall Bosch 17 Millionen Mal verkauft wurden.

Bosch unterscheidet sich aber auch in einem ganz anderen Punkt erheblich von übrigen Beteiligten: Im Umgang mit der Justiz machte der Konzern eine wesentlich bessere Figur. Nicht Konfrontation, sondern vollständige Kooperation lautete das Rezept, das bei Bosch von Anfang an zur Anwendung kam.

Der Austausch mit der Staatsanwaltschaft war intensiv und fruchtbar. Auch Bosch mandatierte zur internen Aufklärung eine Kanzlei, so wie der VW-Konzern. Doch anders als VW versuchte Bosch nicht etwa, die staatlichen Ermittler von den Ergebnissen der internen Untersuchung fernzuhalten. Im Gegenteil: Die Bosch-Juristen suchten den Kontakt und banden die Staatsanwälte ein.

„Wir kooperieren umfassend“, heißt es oft, wenn Unternehmen zum Ziel von Ermittlungen werden. Bosch füllte diese hohle Phrase mit Leben. Dafür gab es wohl eine Belohnung. Die frühzeitige, umfassende und konstruktive Kooperation sei bei der Bemessung des Bußgeldes zu berücksichtigen, sagt die Staatsanwaltschaft. Das hat sich für Bosch gerechnet.

Mehr: Die Staatsanwaltschaft bittet den Autozulieferer im VW-Dieselskandal zur Kasse. Die Strafe fällt aber deutlich niedriger aus als bei den Autobauern.

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