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Kommentar Brasilien zu isolieren hilft dem brennenden Regenwald nicht

Der Amazonas brennt und Bolsonaro tut wenig dagegen. Doch das Land ist noch immer unser Partner – auch, wenn der Präsident ein Bandstifter ist.
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Brasilien war einst ein wichtiger Akteur beim internationalen Klimaschutz. Das ist nun vorbei. Quelle: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH
Der Regenwald brennt

Brasilien war einst ein wichtiger Akteur beim internationalen Klimaschutz. Das ist nun vorbei.

(Foto: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH)

Es ist erstaunlich, wie schnell und mit welcher Wucht Brasiliens brennender Amazonas es auf die Tagesordnung der G7 schaffte. Denn die Abholzungsraten in Brasilien nehmen bereits seit 2012 kontinuierlich zu. Waldbrände sind in der Trockenzeit am Äquator häufig, nicht nur in Brasilien, genauso in Afrika oder Asien.

Dass nun in Biarritz über die Dramatik am Amazonas diskutiert wurde, das liegt vor allem auch am brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro: Nicht nur dessen Reaktionen auf die Kritik aus Europa an seiner Umweltpolitik sind in den letzten Wochen immer schriller geworden. Der Rechtspopulist hat seit seinem Amtsantritt im Januar alle die über Jahre aufgebauten institutionellen und rechtlichen Kontroll- und Schutzmechanismen für den Regenwald, Indigenenreservate und Naturschutzgebiete systematisch zerstört.

Das ist in der Tat dramatisch. Denn aus dem Brasilien, das 2004 noch fast 27.000 Quadratkilometer Wald abfackelte, war ein Staat geworden mit einem modernen Umwelt- und Amazonasschutz und wachsendem Umweltbewusstsein in der Gesellschaft. Brasilien wurde zu einem wichtigen Akteur beim Klimaabkommen, weil es zusagte, seinen Wald zu schützen.

Die Kontrolle über den Amazonas fand demokratisch statt: Die Zivilbevölkerung, die Umweltgruppen, die Financiers, die verschiedenen politischen und staatlichen Ebenen in Brasilien genauso wie die Soja- und Fleischkonzerne dort und deren Abnehmer bei uns waren dabei eingebunden.

Das ist nun vorbei. Brasilien ist wieder der weltweite Umweltparia wie zuletzt vor zweieinhalb Dekaden, als der erste Erdgipfel der UN in Rio stattfand. Der wirtschaftliche und politische Schaden für Brasilien wird immens ausfallen.

Dennoch wäre es aber falsch, nun jede Zusammenarbeit mit Brasilien aufzukündigen. Brasilien ist nicht Bolsonaro, die größte Volkswirtschaft Südamerikas immer noch unser Partner. Das gilt, auch wenn der Präsident dort ein Brandstifter ist.

Mehr: Während Europa über das Freihandelsabkommen mit dem Mercosur-Bund streitet, ist dieser bereits in der Krise: Brasilien droht mit dem Ausstieg.

„Ich habe den Eindruck, dass die NGOs hinter den Bränden stecken könnten“

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