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Kommentar Brauner Terror weltweit – Anschlag in Halle ist kein isolierter Einzelfall

Der Rechtsextremismus internationalisiert sich. Er ist inzwischen genauso mörderisch wie der radikale Islamismus.
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Teilnehmer einer Solidaritätskundgebung anlässlich des Attentats in Halle stehen an der Neuen Synagoge Berlin vor Kerzen. Quelle: dpa
Entsetzen über Anschlagin Halle

Teilnehmer einer Solidaritätskundgebung anlässlich des Attentats in Halle stehen an der Neuen Synagoge Berlin vor Kerzen.

(Foto: dpa)

Die Tat von Halle, der Angriff auf eine Synagoge und einen Imbiss in Halle, der Mord an zwei Menschen, ist schrecklich und beschämend. Gerade für Deutschland, das der Welt und vor allem seinen jüdischen Bürgern das Versprechen „Nie wieder“ gegeben hat. Was am Mittwoch in Halle geschah, ist jedoch kein isoliertes deutsches Gewaltphänomen. Es fügt sich in eine internationale Serie rechtsextremer Terrorakte.

Der deutsche Neonazi filmte sein Verbrechen und übertrug es live im Internet, er kommentierte seine Tat auf Englisch, richtete sich so an ein internationales Publikum. Es ist offenkundig, dass er das Massaker von Christchurch nachahmen wollte, bei dem ein Rechtsextremist in zwei Moscheen eindrang und 51 Gläubige erschoss. Nur die Sicherheitstür der Synagoge verhinderte offenbar am Mittwoch ein ähnliches Blutbad.

Der Rechtsextremismus zeichnet eine Entwicklung nach, die der Islamismus in den 1990er Jahren vollzogen hat: Er globalisiert sich. Seine Blutspur reicht von Norwegen bis nach Neuseeland, von El Paso, Texas, bis nach Halle an der Saale. Rechtsextremisten suchen über Grenzen hinweg nach Inspiration und finden sie in den düsteren Winkeln des Internets, wo sie die Wahnvorstellung einer Endzeit für die weiße Rasse nähren.

In Deutschland hat Verfassungsschutzpräsident Thomas Haldenwang wiederholt von einer „neuen Dynamik im Rechtsextremismus“ gewarnt. Rechte Gruppierungen, die lange wenig miteinander zu tun hatten, verbinden sich: Parteifunktionäre, Hooligans, Rocker, Kampfsportler. Und sie finden Anschluss an bürgerliche Kreise, in denen der Zorn über die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel gärt. Das ist der Nährboden, auf dem der braune Terror gedeihen kann.

Bundesinnenminister Horst Seehofer hält den Rechtsextremismus inzwischen für ebenso gefährlich wie den radikalen Islamismus – zu Recht. Der Aufmarsch rechter Schläger vor einem Jahr in Chemnitz, daraufhin die Anschlagsvorbereitung der mutmaßlichen Terrorgruppe Revolution Chemnitz, dann der Mord an dem CDU-Politiker Walter Lübcke: Niemand kann mehr von Einzelfällen sprechen.

Es ist Zeit, dass die deutschen Sicherheitsbehörden den braunen Terror so entschlossen bekämpfen wie den islamistischen Terrorismus. Dazu gehört es, gegen jene vorzugehen, die Hass predigen. Auch solche, die sich dabei bürgerlich präsentieren.

Mehr: Nach dem Anschlag kritisieren Vertreter jüdischer Verbände und Politiker die AfD scharf. Sie sehen eine Verbindung der Partei zur Tat des schwerbewaffneten Rechtsextremisten in Halle.

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