Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Bremen könnte für die SPD der Auftakt eines grausamen Wahljahres werden

Mit Bremen könnte die SPD ein weiteres Stammland an die CDU verlieren. Die Partei hat aber auf den letzten Metern einen psychologischen Vorteil.
2 Kommentare
Die Sozialdemokraten müssen um den Machterhalt in ihrem Stammland zittern. Quelle: AP
Plakat von SPD-Amtsinhaber Sieling

Die Sozialdemokraten müssen um den Machterhalt in ihrem Stammland zittern.

(Foto: AP)

Es ist eine letzte Warnung: Kurz vor der Wahl in Bremen an diesem Sonntag liegt die SPD in Umfragen fünf Prozentpunkte hinter der CDU. Viele Stammländer sind den Sozialdemokraten nicht geblieben. Bremen ist eines davon. Mit einem Sieg in der Bürgerschaft könnte die SPD ein schwaches Abschneiden bei der Europawahl abfedern. Aber ausgerechnet dort, wo die Partei seit 1946 den Bürgermeister stellt, droht der Machtverlust. Eine Niederlage wäre für die dauerkriselnde SPD eine schmerzhafte Demütigung.

Der schlechte Bundestrend liegt wie Blei auf dem SPD-Wahlkampf in Bremen. Aber die Bilanz des Stadtstaats selbst eignet sich auch nicht zur Wahlwerbung: Bremen hat von allen Bundesländern den höchsten Anteil von Kindern in Hartz-IV-Haushalten. Die Arbeitslosenquote sank zuletzt zwar, ist aber immer noch die höchste im Ländervergleich. Im aktuellsten Bildungsranking belegte Bremen den letzten Platz. In keinem anderen Land ist die Verschuldung pro Kopf höher.

Zwei Dinge können Bürgermeister Carsten Sieling aber Mut machen. Zum einen hat der Amtsinhaberbonus auf den letzten Metern schon vielen geholfen, etwa Stephan Weil in Niedersachsen und Malu Dreyer in Rheinland-Pfalz. Zum anderen hat die SPD in Bremen einen psychologischen Vorteil: Der knappe Rückstand in den Umfragen könnte sich positiv auf die Mobilisierung auswirken und manchen müden SPD-Wähler doch noch ins Wahllokal locken.

Ein Bündnis mit der CDU hat die Bremer SPD bereits ausgeschlossen. Ein rot-rot-grünes Bündnis wäre vermutlich auch mit einem schlechten Wahlergebnis möglich und dürfte der wankenden SPD-Vorsitzenden Andrea Nahles recht sein. Sie braucht unbedingt ein Erfolgserlebnis. Anlass für Triumphgeschrei bestünde jedoch selbst bei einem knappen Wahlsieg in Bremen nicht. Das Wahljahr könnte für die SPD noch manche Grausamkeit bereithalten. In Thüringen und Sachsen, wo im September gewählt wird, muss die Partei mit einstelligen Ergebnissen rechnen.

Mehr: Die CDU hängt in Umfragen die regierende SPD ab – fällt Bremen an einen konservativen Politikneuling?

Der Handelsblatt Expertencall
Startseite

Mehr zu: Kommentar - Bremen könnte für die SPD der Auftakt eines grausamen Wahljahres werden

2 Kommentare zu "Kommentar: Bremen könnte für die SPD der Auftakt eines grausamen Wahljahres werden"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Den Roten ist das Rot zu rot (kommunistisch) .

  • Die SPD hat ihre Aufgabe erfüllt. Sie sollte in Rente gehen.