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Kommentar Chinas Außenhandelszahlen täuschen: Das Schlimmste kommt noch

Schaut man auf die Zahlen in Chinas Außenhandel, könnte man meinen, das Land sei noch glimpflich davongekommen. Doch der Eindruck täuscht.
14.04.2020 - 16:29 Uhr 2 Kommentare
Bei Chinas wichtigsten Außenhandelspartnern steht die Wirtschaft still. Quelle: dpa
Außenhandel

Bei Chinas wichtigsten Außenhandelspartnern steht die Wirtschaft still.

(Foto: dpa)

Auf den ersten Blick wirken die neuesten Außenhandelszahlen aus China im Lichte der weltumspannenden Krise gar nicht als so schlecht. Die Exporte gingen um 6,6 Prozent zurück, die Importe um 0,9 Prozent. Das ist natürlich immer noch katastrophal für die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, aber gleichzeitig deutlich besser als viele Experten vorausgesagt hatten.

Wer jetzt aber glaubt, dass China bei dem Coronavirus bedingten Stillstand in Europa und den USA glimpflich davongekommen ist, täuscht sich. Ein genauerer Blick zeigt, wie heftig die Einbrüche mit den wichtigsten Handelspartnern Chinas, der Europäischen Union und den USA, bereits jetzt ausgefallen sind. Der Handel ist jeweils um zehn Prozent und 20 Prozent gesunken.

Die Zahlen reflektieren dabei jedoch noch nicht einmal die komplette Realität, die sich gerade in der Welt abspielt. In den Daten sind noch die Bestellungen aus dem Ausland von vor der Krise enthalten. In China funktioniert die Logistik erst seit kurzer Zeit wieder, sodass es in den Häfen zu Containerstaus gekommen war. Die werden jetzt nach und nach abgebaut.

Wer mit chinesischen Unternehmen spricht, erfährt, dass deren neue Bestellungen aus dem Ausland im März teilweise stark eingebrochen sind.

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    Das Schlimmste steht Chinas Außenhandel also noch bevor. Im April und Mai werden die Zahlen wahrscheinlich deutlich schlechter aussehen. Auch die Regierung in Peking mahnt zur Vorsicht angesichts der unsicheren wirtschaftlichen Lage im Ausland. Die Welthandelsorganisation WTO prognostiziert über das ganze Jahr einen Einbruch im Außenhandel zwischen 13 und 32 Prozent im Vergleich zu 2019.

    Vom Regen in die Traufe

    Die chinesische Regierung versucht gegenzuhalten und den Außenhandel zu beleben. Den Unternehmen werden beispielsweise Gebühren erlassen und eine große Außenhandelsmesse soll jetzt online stattfinden. Dem Geldmarkt wird Liquidität zugeführt, die Firmen müssen weniger Steuern zahlen.

    Doch die chinesischen Unternehmen kommen vom Regen in die Traufe. Während die Nachfrage im Inland noch weit von der Normalität entfernt ist, bricht nun auch noch die Nachfrage aus dem Ausland ein. Zwar haben Chinas Fabriken zum allergrößten Teil wieder ihren Regelbetrieb aufgenommen. Doch das nützt ihnen wenig. Viele haben nichts zu tun, außer ihre Lager aufzufüllen.

    Die fehlende Nachfrage aus dem Ausland wird dazu führen, dass viele Unternehmen ihre Mitarbeiter gar nicht mehr, oder nur noch mit reduzierter Stundenzahl beschäftigen können. Das wiederum wird dazu führen, dass die Binnennachfrage nur sehr begrenzt wieder anziehen wird. Es ist ein Teufelskreis.

    Mehr: Der Internationale Währungsfonds erwartet einen dramatischen Einbruch der globalen Konjunktur. Auch Deutschlands Wirtschaft schrumpft der Prognose zufolge drastisch.

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    2 Kommentare zu "Kommentar: Chinas Außenhandelszahlen täuschen: Das Schlimmste kommt noch"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Herr Krebs, wir immer ein aufmunternder Kommentar von Ihnen ;-) Warum der totale Zusammenbruch Chinas nun helfen soll, das verraten Sie mir bitte. Wie unsere Kanzlerin mal sagte: "Alles hängt mit allem zusammen"....Aber ich gebe Ihnen recht, wir werden noch sehr viel Zeit brauchen, um die Wirtschaft in der Welt in Schwung zu bekommen. Allerdings macht eine Glokalisierung, wo die Machtblöcke USA, China und Europa sich zunächst mal auf ihre eigenen Probleme konzentrieren und dann sehr viel nachhaltiger die globalen Beziehungen neu gestalten sehr viel Sinn.

    • Zu zynisch das klingen mag, aber ein Zusammenbruch der chinesischen Wirtschaft und eine Pleitewelle der privaten Haushalte in dem Land, wären jetzt genau das Richtige.

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