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Kommentar Christine Lagarde ist nicht zu beneiden

Die künftige EZB-Chefin hat ein Ziel: Sie will stärker und breiter kommunizieren als Draghi. Die Absicht ist gut, die Aufgabe fast unlösbar.
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Die designierte Chefin der EZB will im Wesentlichen den Kurs von Mario Draghi fortführen. Quelle: AP
Christine Lagarde

Die designierte Chefin der EZB will im Wesentlichen den Kurs von Mario Draghi fortführen.

(Foto: AP)

Im Großen und Ganzen bleibt Christine Lagarde auf der Linie ihres Vorgängers Mario Draghi, den sie im November ablöst. Das hat die Anhörung der künftigen Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) vor dem Europaparlament bestätigt.

Aber in einem wichtigen Punkt hat sie eine Veränderung angedeutet: Sie will stärker mit einer breiten Öffentlichkeit kommunizieren, mehr auch auf die Bedenken und Sorgen der Bürger eingehen. Draghi hat sich mehr darauf konzentriert, möglichst klar und eindeutig für die Fachwelt zu kommunizieren.

Die Absicht ist gut. Die Bürger lieben zwar den Euro, aber nicht die EZB. Das gilt vor allem für Deutschland, das Schwergewicht der Währungsunion, und birgt auf Dauer politische Risiken. Aber Lagarde stellt sich damit einer fast unlösbaren Aufgabe. Aus drei Gründen: Die Geldpolitik wird künftig noch schwerer zu erklären sein als bisher, der Widerstand auch der Fachleute gegen die Linie der EZB wächst, und sie kann kaum auf Unterstützung von außen hoffen.

Minuszinsen wirken immer absurder, je tiefer sie sinken und je länger sie andauern. Anleihekäufe werden angesichts negativer Renditen noch fragwürdiger. Kritik an der Draghi-Linie flammt im EZB-Rat voraussichtlich bald wieder auf. Und selbst einige Ökonomen, die bisher die Linie unterstützt haben, fragen sich, ab wann die EZB mehr Schaden als Nutzen verursacht.

Außerdem bestätigt sich immer wieder: Ein echtes Interesse daran, Geldpolitik zu verstehen, ist nicht sehr weit verbreitet. Niemand darf sich wundern, dass Sparer vor allem an ihren Zinsen und weniger an Nachkommastellen der Inflation interessiert sind. Aber auch für Banker, die es besser wissen müssten, ist es bequem, die EZB für ihre Probleme verantwortlich zu machen.

Sie verlangen für sich Ausnahmen von den Minuszinsen und unterstreichen das mit der Drohung, Strafkonditionen an die Kunden weiterzugeben. Und Politiker schmähen ohnehin die EZB, wenn ihnen sonst nichts einfällt. Lagarde ist nicht zu beneiden.

Mehr: Diese fünf Aufgaben gilt es für Christine Lagarde zu bewältigen.

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