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Kommentar Continental-Werksschließung in Aachen: Warum Laschet plötzlich den Kümmerer gibt

Es braucht eine richtige Strategie für die wichtigste Branche Deutschlands. Die Politik will derweil nur den nächsten Wahltag überstehen.
16.09.2020 - 17:27 Uhr 2 Kommentare
Continentals Werksschließung: Warum Laschet plötzlich den Kümmerer gibt Quelle: dpa
Armin Laschet

Der NRW-Ministerpräsident kritisiert Continentals Werksschließung in Aachen.

(Foto: dpa)

Die Einschläge werden stärker: In der Strukturkrise der Automobilindustrie hat nun der Zulieferer Continental angekündigt, sein Reifenwerk in Aachen dichtzumachen. Die Politik wacht jetzt auf.

Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte schon immer ein Herz für die Automobilindustrie. Jetzt zieht der gebürtige Aachener und nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet nach und will sich für den Erhalt der Arbeitsplätze einsetzen. 

Das Verhalten des sorgenden Landesvaters ist nachvollziehbar. Doch bislang hat der CDU-Politiker Forderungen nach einer Kaufprämie anderen überlassen. Das waren vor allem CSU-Chef Markus Söder und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Laschet tat sich nicht hervor.

Solche Erhaltungssubventionen sind so eine Sache. Sie zementieren Strukturen, die sich vielleicht überlebt haben. Aber jetzt, da es einen Standort in NRW trifft, gibt Laschet den Kümmerer. Es bräuchte aber vielmehr eine Strategie für die wichtigste Branche Deutschlands.

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    Die Politik muss vor allem für die richtigen Rahmenbedingungen sorgen. Deutschland redet jetzt schon zwei Jahrzehnte über die steuerliche Forschungsförderung. Bislang gibt es nur Rudimente davon, den Automobilzulieferern kommt sie nicht zugute.

    Wenn über eine Citymaut in Großstädten wie München oder Berlin in Höhe von 300 Euro monatlich politisch diskutiert wird, hört man von der CDU nichts mehr. Man will es sich ja nicht mit den Grünen verscherzen, sondern mit den Ökos im Herbst kommenden Jahres nach der Bundestagswahl eine Liebesheirat feiern

    Niemand will die Wahrheit aussprechen

    Den Mitarbeitern wird suggeriert, es könne alles so weitergehen wie bisher. Die Politik übt bestimmt jetzt auch Druck aus, dass die Pläne zum Stellenabbau geringer ausfallen. Aber genau diese Politik wird den Menschen keinen reinen Wein einschenken.

    Es sei noch mal an die Abbaupläne von Siemens in Ostdeutschland erinnert. Der Siemens-CEO Joe Kaeser traute sich einmal, darauf hinzuweisen, wie fatal die Energiewende sei und dass mit Turbinen kein Geld mehr zu verdienen sei. Er musste sich dann von dem damaligen SPD-Vorsitzenden Martin Schulz übelst beschimpfen lassen.

    Die Wahrheit will halt niemand aussprechen. Doch Wirtschaft muss sich am Ende rechnen. Wenn sich Dinge nicht mehr rechnen, muss ein Vorstandsvorsitzender harte Entscheidungen treffen. 

    Continental geht davon aus, dass weltweit weniger Reifen verkauft werden, weil es in Zukunft weniger Autos geben wird. Egal, ob Verbrenner, Elektro- oder Hybridfahrzeuge. Die politische Mathematik ist eine andere: „Ich rette so viele Arbeitsplätze wie möglich bis zur nächsten Wahl.“ Die Rechnung für die Steuerzahler wird danach präsentiert.

    Mehr: Laschet attackiert Continental wegen geplanter Werksschließung.

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    2 Kommentare zu "Kommentar : Continental-Werksschließung in Aachen: Warum Laschet plötzlich den Kümmerer gibt"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Herr Oeser: sehr interessanter Kommentar mit viel Wahrheit. Wir wollen beten, dass uns sowas wie Rot/Rot/Grün erspart bleibt!Sie haben die Schuldigen aufgelistet! Ich persönlich bin im Ruhestand; da hat man andere Baustellen. Der aufgeblähte Behörden-Apparat verbrät den Rest des vorhandenen Geldes. Umwelt ja, aber nicht mit der Brechspange. Wovon wollen denn FFF - Kinder leben?

    • Erst zerstört die deutsche Politik (CDU/CSU/GRÜNE/Die LINKE) mit der EU, den FFF-Kindern und DUH die deutsche Automobilindustrie und dann jammert man, daß die Arbeitsplätze gestrichen werden. Dies war doch voraus zu sehen. und ist die logische Schlußfolgerung dieser Politik. Der neue Vorstoß der EU, die Grenzwerte für die Automobile, über die bereits drastischen Grenzwerte hinaus, weiter zu drastisch zu senken, nur ein weiterer Sargnagel. Kein Unternehmen muß die Politik fragen wenn es ein Werk schließen will das von eben diesen Politikern zerstört wurde. Was jammert Herr Laschet, es gibt doch scheinbar laut Politik in der Grünen Wirtschaft genügend neue Arbeitsplätze oder wieder einmal nur heiße Luft? Dieses Verhalten von der Politik ist nur noch jämmerlich.
      Wenn sich Herr Laschet bei irgend jemandem beschweren will, dann bei der Bundeskanzlerin Merkel, oder bei von der Leyen. Die sind der Ruin der deutschen Automobilwirtschaft und ihrer Zulieferer.
      Wer die geplanten Entlassungen in diesem Bereich seit längerem so mitzählt der hat die 200.000-der Grenz schon lange überschritten und der große Knall kommt erst noch.
      Bei Merkel heißt es „Auferstanden aus Ruinen führe ich euch dorthin zurück“ Immer nach dem motto: „Thats the way it is and i like it“.

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