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Kommentar Corbyn schafft es nicht, von Johnsons Schwäche zu profitieren

Das TV-Duell vor den Neuwahlen zeigt: Es ist ein Wahlkampf ohne echten Gegner. Labour kann den angezählten Premier nicht einmal ins Wanken bringen.
20.11.2019 - 18:43 Uhr Kommentieren
Der Labour-Chef kann gegen den Premier keine Wirkungstreffer landen. Quelle: AFP
Boris Johnson gegen Jeremy Corbyn

Der Labour-Chef kann gegen den Premier keine Wirkungstreffer landen.

(Foto: AFP)

Totgesagte leben länger, sagt man, und es sieht so aus, als hätte der britische Premierminister Boris Johnson vor, diese Redewendung zu beherzigen. Als er im Sommer das Amt des Regierungschefs übernahm, unkten viele, er würde sich nur wenige Wochen auf seinem Posten halten – und doch deutet viel daraufhin, dass ihn die Briten am 12. Dezember im Amt bestätigen.

In Umfragen liegt er mit seiner konservativen Partei so weit vor der zweitplatzierten Labour-Partei, dass er sich einen deutlichen Patzer leisten müsste, um die Wahl zu verlieren. Dieser entscheidende Moment hätte bei der ersten Fernsehdebatte in diesem Wahlkampf kommen können. Es war die Chance des Oppositionschefs Jeremy Corbyn, seinen Gegner ins Wanken zu bringen.

Nicht ohne Grund hatte das Team von Boris Johnson den öffentlichen Auftritt gefürchtet. Der Regierungschef bietet zahlreiche Angriffspunkte: Bereits im Sommer bei seinem parteiinternen Wahlkampf für das Amt des Regierungschefs war er bei Nachfragen zu politischen Themen ins Wanken gekommen. Er gilt als nicht vertrauenswürdig und selbst unter Anhängern als Lügner. Seine Partei hält die Veröffentlichung eines ominösen Berichts über russische Einmischung in das EU-Referendum 2016 zurück. Und in den Medien packt gerade eine enttäuschte Wegbegleiterin Johnsons über ihre gemeinsame Vergangenheit aus.

Genügend Schwachstellen für einen Gegner, um den ein oder anderen entscheidenden Treffer zu landen, sollte man meinen. Aber seit Wochen schafft es Corbyn nicht, Profit aus den Schwächen seines Gegners zu schlagen. Auch bei der Fernsehdebatte gelang ihm dies nicht. Stattdessen konnte der Premier seine Botschaft verbreiten, nur er sei der Richtige, um den „Brexit endlich durchzuziehen“. Die Opposition würde nur dazu beitragen, den Prozess in die Länge zu ziehen.

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    Jeremy Corbyn macht es dem Premier leicht: Seine Weigerung, klar zu sagen, wofür er bei dem zweiten Referendum, das seine Partei vorschlägt, stimmen würde, spielt dem Regierungschef in die Hände. Hinzu kommt, dass Corbyn auch abseits des Themas Brexit die Meinungen spaltet: Seine Vorschläge zur Verstaatlichung von Unternehmen und Vorwürfe, er gehe nicht gegen Antisemitismus in seiner Partei vor, schrecken zusätzliche Wähler ab. Wäre ein anderer Politiker an der Spitze der Opposition, seine Chancen auf das Amt des Premierministers wären mit Sicherheit größer. Sind die Wahlumfragen nicht ganz so falsch wie vor dem EU-Referendum 2016, sieht derzeit alles danach aus, dass Boris Johnson am 12. Dezember als Sieger aus den Wahlen hervorgehen und seinen Brexit-Kurs umsetzen wird.

    Mehr: Beim TV-Duell zwischen Johnson und Corbyn haben die Tories ihre Twitter-Seite in „factcheckUK“ umbenannt. Es ist nicht die erste Manipulation der Konservativen im Wahlkampf.

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